Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.

Montag, 22. August 2016

olympisches Wandern

Die Veranstaltung, welche nach meinem dafürhalten schon geraume Zeit nicht mehr dem olympischen Gedanken entspricht ist vorbei. Schon mehrfach hat diese durch Boykott, zur Durchsetzung politischer Ziele ihre Unschuld verloren Insofern sie diese nicht schon lange vorher verloren hatte. Trotz meiner Vorbehalte geht mein Glückwunsch an alle teilnehmenden  fairen Sportler.  

Für künftige Olympischen Spiele hätte ich einigen Gedanken. 
Zuerst sollte der Sport nicht mehr zur Durchsetzung politischer Ziele einzelner Gruppen und Staaten genutzt werden dürfen. So wie es in der Charta eigentlich auch steht. Ein Verzicht auf Nationalteams mit Fahnen und Hymnen würden das befördern. 
Ebenso würde der Verzicht auf die, mit ständig wachsendem Pomp betriebenen Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen der Idee gut entsprechen. Es genügt, wenn sich die Sportler mit ihren Fans treffen, gemeinsam feiern und den Geist der Freundschaft und Fairness bekräftigen - was auch für Zuschauer gelten sollte. Was die Freunde fairen sportlichen Wettkampfes in Rio so erleben mussten, war teilweise sehr unterirdisch!
Die Spiele sollten zudem nur noch an Orten stattfinden, welche bereits über die notwendigen Sportstätten und Infrastruktur verfügen. Völlig sinnlos ist es für eine einzige Veranstaltung Gewachsenes zu zerstören

Genug geschwafelt, Volker! Hier mein sportlicher Vorschlag. Wandern zu Fuß, mit dem Boot und dem Fahrrad sollte olympischen Disziplinen werden. Was entspricht denn mehr dem olympischen Geist, als gemeinsam betriebener Sport, bei welchem es keinen Sieger gibt, aber alle gewinnen?

Dienstag, 12. Juli 2016

welches ist der Wert eines Baumes?

An diesem Beitrag bastle ich schon eine Weile dran herum. Es ist auch gar nicht so einfach den Wert einer Sache, eines Wesens, einer Person zu bestimmen. Wobei letzteres eigentlich noch das Einfachste ist. Unsere Konventionen sagen uns, dass der Wert eines Mensch unermesslich groß und daher zu schützen ist. Beim Menschen, zu welchen wir ein besonders inniges Verhältnis haben, möchten wir gar, dass sie unendlich Leben. 
Wer menschliches Leben zerstört, wird daher schwer bestraft, selbst noch ungeborenes Leben wird von diesem Schutz nicht ausgenommen - auch wenn hier unterschiedliche Zeit der Dauer der Existenz dieses heranwachsenden Lebens angesetzt wird. 
Einen Unterscheidung machen wir hier nur bei Staaten - jedenfalls die "guten" Staaten. Diese dürfen für "höhere Interessen" auch Menschen töten lassen. Dabei auch Kollateralschäden zulassen. Zum Beispiel im Krieg oder durch die einseitige Erklärung, wir würden uns im Krieg befinden. 


Bei Tieren beginnt eine stärkere Differenzierung. Das Haustier, besonders, wenn es mit uns nah verwandte Säugetieren sind, sehen wir ebenfalls diesen besonderen Wert des Lebens an - es ist des Lebens wert. Den verstorbenen Zierfisch hingegen, spülen wir einfach durch den Abfluss und ersetzen ihn gegebenenfalls.

Wie ist das nun bei Pflanzen, z.B. Bäumen? Welchen Wert haben diese für uns? Große Einigkeit besteht z.B. darin, dass der WALD an sich wertvoll ist! Darum werden manche Wälder sogar geschützt. Warum? Na, weil er uns persönlich nützt. Denn, der Wald speichert Wasser, erneuert die Luft, erzeugt Sauerstoff, klimatisiert, ist wichtiger Teil im ökologischen Kreislauf, hat erholungswert, usw., usf.. Und - genau, er liefert uns Rohstoffe, vor allem Holz. 
Doch Stop! Macht all das der Wald? Oder doch eher das Individuum Baum. Damit haben aber sicherlich fast alle Menschen ein Problem, einem Baum oder einer Pflanze allgemein den Status zuzugestehen INDIVIDUUM zu sein. Denn letzteres wird eigentlich nur dem Menschen zugebilligt. Einzigartig zu sein, sich von anderen zu unterscheiden, Rechte (und Pflichten) zu haben, eine Würde und Gefühle zu haben. Und sich als ICH zu erkennen. Was ursprünglichen Völkern völlig normal erscheint, nämlich dass Tier, Baum und gar Mineral mein BRUDER sind, haben wir vollständig verdrängt. Es sei denn es ist unser Haustier (siehe weiter oben) - diesem gestehen wir all das zu. Selbst Gefühle und Selbsterkenntnis. Jeder, der so etwas auch auf Bäume ausdehnen möchte, gilt irgendwie als skurriler Spinner. Aber woher wissen wir eigentlich, dass Bäume nicht fühlen und sich selbst erkennen? Nur weil wir bislang kein zentrales Organ dafür entdeckt haben, sagt eben die Mehrheitsmeinung es wäre so. Die Mehrheitsmeinung sagte aber auch schon einmal, dass sich die Sonne um die Erde bewegt.

In welchem Organ gefühlen eigentlich wir? Im Kopf? Die Schmetterlinge haben wir aber eindeutig im Bauch! Angst schnürt uns die Brust ein. Und die Beine werden uns schwach. Wir sollten also zumindest so ehrlich sein, uns einzugestehen nicht ganz korrekt zu differenzieren. Dabei müssen wir nicht unbedingt einen Baum umarmen oder gar so weit gehen wie Lynn Margulis und James Lovelock. Diese erklärten nämlich in ihrer Gaia Hypothese den gesamten Planeten Erde zum Lebewesen. Klingt nicht ganz unlogisch, da ja alles irgendwie zusammenspielt. Alle Wesen, die Atmosphäre und selbst die Minerale.





Freitag, 8. Juli 2016

Auf dem Dach von Mittelsachsen.

Eigentlich hatte ich mir den Aufstieg zum Dach des Landkreises Mittelsachsens  bereits für den Juni dieses Jahres vorgenommen. Das hat dann irgendwie nicht geklappt. Nun habe ich es eben in das Projekt 200 eingebaut, in welches es schon wegen der Tourenlänge von über 40 km gut passte. 
Das Dach ist völlig unspektakulär und befindet sich inmitten eines großen Waldgebietes, welches sich von Tschechien her erstreckt. Der "Dachfirst" misst etwa 855 m, befindet sich unmittelbar an der Staatsgrenze zu Tschechien und gehört zum Hang, des sich im Nachbarland erhebenden 875 m hohen Pestrý. Vom höchsten Punkt Mittelsachsens sind es auch nur noch reichlich 5 km Luftlinie bis zum fast 1000 m aufragenden höchsten Berg des Osterzgebirges. Aber nicht der "Dachfirst", sondern die beiden höchsten Einzelerhebungen diesseits der Grenze waren mein Wanderziel. Der Kohlberg (837 m) und der Kluge-Hübel (834 m). 
Der Weg dorthin ist recht einfach beschrieben und folgt zu Beginn, mir gut bekannten Wegen. Erstes Etappenziel bildete dabei der Floßgrabenblick nordöstlich von Cämmerswalde. Über den Georgenthaler Weg und entlang der Neugrabenflöße gelangt man recht angenehm dorthin. Der Blick von der, nur wenig über 700 m liegenden Aussicht ist herrlich. Die Größe macht es eben nicht immer - oft genügt eine gute Position. Unter einem liegt die Talsperre Rauschenbach. Dahinter Schloss Purschenstein und der Schwartenberg. In der Ferne erkennt man die beiden höchsten Erzgebirgserhebungen, den Keilberg und den Fichtelberg. Auch unser Ziel können wir schon erahnen.  

Wir reißen uns los vom schönen Anblick und gehen im wahrsten Sinn des Wortes querfeldein zum zwischen Deutschgeorgenthal und Cämmerswalde verlaufenden Wanderweg, welchem wir einfach nach rechts folgen. Kurz vor Cämmerswalde biegen wir links ab, die nächsten Zwischenziele "Flugzeug" und Talsperre Rauschenbach sind ausgeschildert. Da ich an einem Montag unterwegs war, hatte die Gaststätte an der Interflug IL-14 wegen Ruhetag geschlossen. Ich hätte sowieso nur Pausenzeit für eine zuckerhaltige Orangenlimonade gehabt. So bog ich halt ohne Stop nach links ab um zum Damm der Talsperre Rauschenbach zu gelangen. Der ist schnurgerade und nicht ganz 350 m lang. Die halbrunde, 300 m lange Mauer der Talsperre Klingenberg empfinde ich als ästhetischer. Nach Überquerung der Staumauer erst mal ein kurzer Straßenabschnitt, welcher zu bewandern war und dann geht es fast nur noch bergauf. Auf den insgesamt 5,6 km Strecke von der Staumauer bis zum Kohlberg, sind 270 m an Höhe zu überwinden. Die Schönheit der Strecke mindert jedoch dessen Mühen. Der Weg ist gut in Schuss und führt durch Wald aus hauptsächlich Fichten. Es gibt aber bis ganz nach oben auch immer wieder Buchen - bis ca. 1800 dort der Hauptbaum, sowie Birken und Lärchen. Es geht immer entlang des Rauschenflusses, welcher hier geduldig ein 140 m tiefes Kerbtal in den Hang fräste. 
Nach exakt 1h und 7 Minuten hatte ich die 5600 m zwischen Talsperre und dem Ziel Kohlberg erreicht. Der Gipfel ist prima ausgeschildert und auch der Weg dahin gut gepflegt. Das ist durchaus erwähnenswert, weil leider nicht unbedingt üblich. Eine Schautafel informiert über den Berg. Von hier aus geht es wieder zum Hauptweg, welcher Zigeunerweg heißt zurück. Am Göhrener Tor vorbei bin ich auch schnell zum zweiten Gipfel des Tages, dem Kluge-Hübel gelangt. Benannt nach dem von 1963 bis 1990 dort tätigen Revierförster, welcher sich um die Aufforstung des Rauchgas geschädigten "Daches" mit japanischer Lärche, Moorbirke und anderen gegenüber Rauchgas harten Gehölzen verdient gemacht hatte, um somit den Wald zu erhalten. Was gelang - wie man sieht. Vom Kluge-Hübel kan man auch ein wenig in die Ferne Blicken. Eine Schneise gibt nämlich den Blick zum höchsten Gipfel des Osterzgebirges frei - dem 956 m messenden Loučná. 

Auf dem Kohlberg

Für den Rückweg wählte ich den westlichen Stangenweg. In Rauschenbach vorbei am Wildgehege und dem ehemaligen FDGB-Erholungsheim "Paul Gruner". Heutzutage als Senioren- und Pflegeheim genutzt. Am Fuß der Staumauer der Rauschenbach-Talsperre kletterte ich den steilen Weg zur Straße hoch und ging über Neuwernsdorf, Deutschgeorgenthal. das Holzhauer Oberdorf und den Muldenweg zurück.
Mir hat es gefallen. So werde ich dieses Ziel gewiss noch einmal ansteuern.


Freitag, 24. Juni 2016

Projekt 200

Anfang Juli habe ich, durch eine, für mich günstige Konstellation meiner Schichtdienste 5 Tage am Stück frei. Diese nutze ich für einen kurzen Wanderausflug nach Holzhau. Also genau so, wie man es von mir auch erwartet. 
Für die 100 Stunden welche mir zur Verfügung stehen, habe ich mir jedoch etwas Besonderes vorgenommen. Ich will nämlich 200 km wandern. Für harte "Ultra"-Wanderer sichern nicht außergewöhnlich - für mich aber schon so etwas wie ein Abenteuer. Einen fast kompletten Anreisetag, drei vollständige Tage, sowie den halben Abreisetag habe ich Zeit, meinen Wunsch umzusetzen. Zum Glück haben wir gegenwärtig mehr als 16 Tagesstunden zwischen Sonnenauf- und untergang und somit Wanderlicht. 
Dennoch erfordert die Realisierung eine entsprechende Planung, günstiges Wetter und ein wenig Glück mit der Gesundheit. Richtig selbst bestimmen kann ich nur die Planung. Die beiden anderen Komponenten, lassen sich nur zum Teil beeinflussen oder wenigstens berücksichtigen. Dauerregen, zu große Hitze oder eine Blase am Zeh kann hier viel durcheinander bringen.

An den kompletten Tagen muss ich, um mein Gesamtziel zu erreichen, deutlich über der Streckelänge eines Marathonlaufes bleiben. Dabei sollen die Wanderungen auch einen Sinn haben, geht es mir doch nicht hauptsächlich darum, bestimmte Streckenleistungen zu erzielen. Vor allem will ich etwas Schönes erleben, Interessantes entdecken und Neues kennenlernen. Dabei kräftig entschleunigen. "Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen" sagt dazu der Dichter Friedrich Rückert.


Und so sieht die Planung aus.

Am Anreisetag mache ich eine Weißeritztal- und Talsperrenwanderung. Mit dem Zug geht es bis nach Klingenberg-Colmitz. Von dort führt mein Weg nach Süden, immer in der Nähe der Wilden Weißeritz, vorbei an den Talsperren Klingenberg und Lehnmühle. Die Wanderung ist so für mich neu. Erst ab der Talsperre Lehnmühle gelange ich in, meinen Füßen bekanntes Wandergebiet. In der Weicheltmühle werde ich kurz rasten. Und je nach Zeit und Kondition die Reststrecke nach Holzhau auswählen.

Eine zweite Wanderung wird mich zur Kohlhaukuppe führen. Ebenfalls ein für mich bislang noch nie erwandertes Ziel. Auch wenn ich etwa 2/3 des Weges bis dahin schon mehrfach bei Kahlebergbesuchen gewandert bin.

Auch die dritte und längste meiner Wanderungen ist mit neuen Zielen verknüpft. Ich werde nämlich den Kohlberg und den Kluge-Hübel "besteigen". Mit jeweils mehr als 830 m, sind das die höchsten Gipfel des Landkreises Mittelsachsen. Diese Wanderung wird auch den Schwartenberg beinhalten.

Ein vierte Tageswanderung führt mich wieder einmal zum Röthenhübel, einem sehr schönen Aussichtspunkt bei Nassau. Gute Sicht vorausgesetzt, lässt mich von hier sowohl den Keilberg, Fichtelberg und Schwartenberg, als auch Augustusburg betrachten. 

Selbstverständlich werde ich später berichten, ob und wie das geklappt hat. 

Als Foto heute etwas weiter von Holzhau entferntes. Eine Ansicht aus Ober-Langenau. Vor 100 Jahren versendet. Heute ein Ortsteil von Brand-Erbisdorf. 







Sonntag, 12. Juni 2016

zum Bahnhof über die klappernde Mühle

Wie angekündigt noch ein kurzer Bericht über die Abschlusswanderung meines Mai/Juni Intermezzos in Holzhau. Die Abreise war selbstverständlich so geplant, dass ich noch zu Mittag esse, bevor ich abreise. Und vor dem Essen kommt das Wandern. Seit die neuen Müllersleute in der Weicheltmühle residieren, habe ich dort noch nicht zu Mittag gegessen. 
Also lief ich nicht direkt zum Bahnhof, sondern wählte einen kleinen Umweg über die Weicheltmühle. Nutzte als Anmarsch den Weg über die Dreitelle, den H-Weg und die Gimmlitzquelle. Das Wetter dafür war prima. 
Das von mir ausgewählte Mahl passte auch gut zum schönen Wetter: Schafskäse mit Oliven, Knoblauch, grünem Pfeffer, Brot und Salat. So richtiges gutes Landessen. Dazu die angenehme Gastfreundschaft und Rechenberger vom Fass. Herz, was willst du mehr?

Auf dem Rückweg verabschiedete ich mich von der Brettelle mit seinen hohen Fichten und Buchen. Habe es im übrigen jetzt auch noch einmal nachgelesen. Die dortigen Buchen sind auch in statistischem Sinne eine Rarität. Altbestände von über 160 Jahre alte Buchen mit 80 cm Stammdurchmesser, machen nur 0,2% der Waldfläche Deutschlands aus. Das sollte touristisch vermarktet werden. Nicht nur auf dem Kammweg durch Holzhau hindurch rennen, sondern auch einmal abseits des dekretierten Kammes verweilen.

Also Bild heute eine Blick auf die Buchen westlich des Kannelberges. So sah es da vor über 100 Jahren aus.