Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Holzhau blog. Dieser soll aus meiner Sicht als Urlauber vor allem zum Besuch dieses schönen Urlaubsortes im Osterzgebirge einladen. Außerdem möchte ich die Leser, mit Ansichtskarten des Holzhauer Ansichtskarten-Verlages von Walter Richter bekannt machen. Als Sohn von Ernst Richter war er später Wirt von "Richters Sommerfrische". Bekannt ist er über Holzhau hinaus, als Ansichtskartenproduzent. Ihm sind viele alte Ortsansichten von Holzhau zu verdanken.

Samstag, 22. Dezember 2012

mit der Eisenbahn nach Holzhau

Warum baute Ernst Richter gerade in Holzhau? Ich weiß es nicht. 

Gute Gründe gab es allemal. Das Tal der Mulde ist in Holzhau besonders schön. Standortvorteil zur damaligen Zeit, war die gute Erreichbarkeit durch das seinerzeit fortschrittlichste Transportmittel - die Eisenbahn. Egal ob von Chemnitz oder Dresden - mit umsteigen in Freiberg, war man schnell in der, ab 1885 mit dem Zug erreichbaren Holzhauer Sommerfrische. Auch von Leipzig (über Nossen) kam der Sommerfrischler schnell ans Ziel. Auch heutzutage ist Holzhau gut und bequem mit der Bahn erreichbar. Zum Beispiel von Berlin in 3 1/2 Stunden oder von Chemnitz oder Dresden in weniger als 1 1/2 Stunden. Nur Leipzig ist ein wenig von der Welt abgeschlossen. Von dort benötigt man fast so lange wie von Berlin. Aber heutzutage fährt man lieber mit dem Auto. Selbst wenn man damit nicht viel schneller als der Zug am Ziel ist.
Das Bild oben zeigt den Holzhauer Bahnhof mit Eisenbahn in einem Ausschnitt aus einer 1907 gelaufenen Ansichtskarte. (Erstveröffentlichung am 23.11.2011)

Diesen 13 Monate alten Beitrag, hole ich wieder mal nach vorn. Weil er nämlich aktuell ist. Wegen Meldungen über "Neuregelungen" der Finanzierung des ÖPNV und daraus abzuleitenden Befürchtungen zur Einstellung der Strecke nach Holzhau, hatte ich vor kurzem bereits berichtet -> Eisenbahn und Tourismus. Heute las ich in der Freien Presse von gestern, dass wenigstens bis 2019 die Finanzierung steht. Auf der sicheren Seite ist man damit jedoch nur vorübergehend. Es müssen also Fahrgäste her. Eine Strecke, welche unter geringer Nutzung leidet wird eingestellt. Also: Anwohner und Naherholer, nutzt die Bahn. Und auch vor Ort anwesende Touristen, sollten ihre Ausflüge nicht nur mit dem Auto, sondern auch mal mit der Bahn machen.

Montag, 17. Dezember 2012

die Mettenschicht fällt aus

unser heutiges Foto stammt aus dem Jahr 1934. Walter Richter war den
Schanzenweg hinaufgewandert und hatte dort seine Kamera in Position
gebracht. Der Blick geht über die Siedlung hinweg bis nach Rechenberg.
vor etwa einem Jahr konnte ich etwas über die Mettenschicht bloggen. das wird in diesem Jahr nichts. Es gibt keine Mettenschicht, weil ich sowohl am 24. als auch am 25.12. arbeiten muss. Was ja auch nicht so weiter dramatisch ist - es geht vielen Leuten so. Auch diejenigen, welche mir immer wieder einen schönen Erzgebirgsurlaub ermöglichen, müssen jedes Jahr an diesen Tagen arbeiten. Was der Karneval für die Rheinländer darstellt, ist nun einmal Weihnachten für das Erzgebirge. Und der Winter ist sowieso die Haupturlaubssaison in Holzhau. So gehen heute meine Gedanken auch in das Erzgebirge, an die fleißigen Urlaubsverschöner im Erbgericht Holzhau, Fischerbaude, Eschenhof  & Co.
Im Jahr 2012 ging es 5 Mal in die Gegend von Kannelberg und Steinkuppe. Dreimal bezogen wir unser Lieblingsquartier im Erbgericht. Dessen Vorzüge zu loben, hieße die berühmten Eulen nach Athen zu tragen. Die Insider wissen das, wer es noch nicht weiß sollte es einfach probieren. Neu hinzu als Urlaubsquartier und Ausgangspunkt für Wanderungen kam die Weicheltmühle, in welcher ich zwei Wochenenden verbringen konnte. Ebenfalls sehr gemütlich. Für das nächste Jahr sind die beiden Quartier wieder im Plan. Und dann hoffe ich doch, dass es auch mit der Fischerbaude wieder einmal klappt.

Bis dahin wünsche ich allen eine schönes Weihnachtsfest 2012 und einen Ruten Rutsch hinein in das Jahr 2013. Diesen auf einer ordentlichen Schneeauflage auf Loipen und Pisten. Welche bis Ende Februar halten möge.

Glück Auf!

aus der Bergstadt Berlin-Lichtenberg

Montag, 3. Dezember 2012

Winter an der Fischerbaude


der Winter hat im Erzgebirge Einzug gehalten. Oberholzhau und die Fischerbaude sind tief verschneit. So zeigt es uns die Ansichtskartenwelt. Aus der Zeit bis zur Übernahme der Fischerbaude durch Edwin Fischer existieren viele Ansichtskartenmotive Walter Richters. Darunter auch einige sehr schöne Winteraufnahmen.

Vom Ringel blicken wir herüber zur Fischerbaude. Spuren führen durch den Schnee. Folgen wir der Straße und fahren hinüber zur Baude um einen Glühwein oder Grog zu trinken. 

Hohe Schneewälle säumen die Straße. Es wirkt regelrecht skurril, dass am Giebel "Sommerfrische" geschrieben steht. Das Bild entstand spätestens 1925. In jenem Jahr erschien nämlich diese schöne Karte. Die obere Karte wurde 1930 herausgegeben. Schwer zu sagen, ab es auch in jenem Jahr entstand. Denn wir können nicht genau erkennen, ob der 1929 erbaute Saal schon steht. Es scheint so zu sein, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Leider gibt es keine Walter Richter Karten der Fischerbaude, welche nach 1930 erschienen ....

Zu empfehlen ist die Fischerbaude auch 110 Jahre nach der Eröffnung. Freundlich, preiswert und schmackhaftes Essen.
Genau vor einem Jahr schrieb ich diesen Beitrag. Könnt aber auch von heute sein. Reichlich Schnee in Holzhau.
Fischerbaude im Internet

Donnerstag, 22. November 2012

ein Jahr Richters Sommerfrische

Nicht die Sommerfrische, den Blog dazu gibt es jetzt seit einem Jahr. Immer wieder hat es mir Spaß gemacht, mit Walter Richters Ansichtskarten illustrierte Beiträge, über meine Liebe zu diesem kleinen Urlaubsort im Erzgebirge zu schreiben. Und das wird auch so weiter gehen. Auch wenn es nicht leicht ist, immer wieder ein Thema zu finden, ohne zu sehr in Wiederholungsgefahr zu geraten. Obwohl die Wiederholung auch "Mutter der Weisheit" genannt wird. In Bezug auf  Holzhau und Urlaub dort, ist Wiederholung die "Mutter der Erholung". Dabei hoffe ich, dass viele Menschen sich in Holzhau verlieben und häufig dort hin fahren um sich zu erholen. Und immer häufiger mit der Bahn.
Zum Jubiläum eine Karte aus dem Jahr 1925. Sie zeigt meine Holzhauer Lieblingspension. Hier noch als Vierseitenhof. Obwohl die Scheune im Vordergrund schon lange nicht mehr steht (seit wann eigentlich, 50er?) und das Dachgeschoss ausgebaut wurde, hat die Ansicht einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Das erste mal dort zu Mittag gegessen, habe ich wohl Anfang der 1970er Jahre. Die Gaststube war damals noch nicht so gemütlich wie heutzutage - das Essen war aber damals schon lecker. Ich erinnere mich, damals Flecke gegessen zu haben.
Erstmalig Urlaub haben wir dort vor 20 Jahren gemacht - im Sommer 1992. Dieses Jahr ist also auch in dieser Hinsicht ein Jubiläumsjahr.


Sonntag, 11. November 2012

Eisenbahn und Tourismus

in letzter Zeit mehren sich die Zeitungsartikel, welche von der Eisenbahn nach Holzhau handeln. Leider mit ungutem Tenor. Man spricht über Stillegung. Im Autoland Deutschland gehört die Eisenbahn vielerorts zu den Dingen welche sich "nicht rechnen". So wie Gesundheitswesen, Kultur und Bildung. Ich will das hier nicht weiter kommentieren, liest ohnehin keiner und diejenigen, welches es doch lesen, können sich gewiss ihren eigenen  Reim machen.
Diese Meldungen möchte ich aber als Anlass nehmen, nochmals (hatten wir hier schon einmal) über die Zusammenhänge zwischen dem Eisenbahnverkehr nach Holzhau und den Fremdenverkehr nachzudenken. Seit Mai 1885 konnte man mit der Eisenbahn nach Holzhau gelangen. Damit wurde buchstäblich Dampf für den Fremdenverkehr gemacht, denn es wurde nun für weite Teilen des besser verdienenden Bürgertums möglich, schnell und kostengünstig in die frische Luft des Erzgebirges zu gelangen. Diese Möglichkeit wurde offensichtlich auch gern angenommen.
So lohnte es sich für investitionsfreudige Menschen, Geld in den Fremdenverkehr zu stecken um mit diesem zu verdienen.


Einer dieser Investoren war der Frankenberger "Konfektionist" (er betrieb eine Zigarrenkistenproduktion), welcher die für diesen Blog die namensstiftende Sommerfrische bauen ließ. Zehn Jahre nach der ersten Personenbeförderung nach Holzhau, mit einem Zug, stellte er den Antrag zum Bau eines Hauses an der Holzhauer Brettelle. Noch im selben Jahr wurde das fertig, was später als "Richtes Sommerfrische" bzw. "Haus des Handwerks", weit über die Grenzen Holzhaus hinaus bekannt wurde. Mit dieser ersten professionellen Ferienanlage, wurde ein Boom eingeleitet, welche 100 Jahre anhielt und seinen Höhepunkt zu DDR-Zeiten hatte. Immer kamen die Urlauber mit dem Zug nach Holzhau - zu manchen Zeiten wurden Sonderzüge eingesetzt um den Ansturm zu bewältigen. Aber auch für die Anwohner war der Zug wichtig. Er brachte sie zur Arbeit nach Mulda, Freiberg und nach anderswo. Mit ihm fuhr man zum Shoppen, welcher früher noch schlicht als Einkaufen bezeichnet wurde und zu Kulturveranstaltungen, besuchte Freunde und Verwandte.
Das scheint vorbei zu sein. Für Touristen ist es bequemer und preiswerter geworden,mit dem Auto anzureisen und zum Einkauf nimmt man sowieso das Auto. Nur wenige benutzen noch den Zug, darunter Schulkinder. Mir gefällt diese Tendenz nicht, sie wird sich aber wohl nicht aufhalten lassen, wenn wir nicht selbst gegensteuern. Dazu muss man aber aktiv werden und zum Beispiel ganz bewusst die Bahn nutzen - selbst wenn es unbequemer scheint und (noch) teurer ist. Andere Wege gibt es nicht. Vielleicht gibt es auch Möglichkeiten, den angereisten Touristen Urlaubs-Tickets zu finanzieren. Etwa so, wie es mit dem "Ski-und Wanderbus".
Inzwischen regt sich zum Glück Widerstand gegen die Pläne der Stilllegung der Strecke. Die Holzhauer Internetseite Holzhau.de berichtete darüber. Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit. Aber wer hört schon auf das Volk?

Montag, 5. November 2012

Fusionsgeschichten

Die "Freie Presse" erhalte ich ja immer ein bissl später, da ich Wert darauf lege, die Ausgabe mit der Freiberger Zeitung zu erhalten. Dort gibt es Seite 13, welche über das Erzgebirge und somit auch über Holzhau berichtet. Heut lag die Zeitung vom 3.11. im Briefkasten. Unter der großen Überschrift "Fusion zum Jahresbeginn geplatzt" bereichte die Zeitung darüber, das der Zusammenschluss von Frauenstein und Rechenberg-Bienenmühle noch nicht am 1.1.2013 stattfindet.
Über Sinn und Nicht-Sinn von Zusammenschlüssen mag ich hier nicht groß meditieren. ich weiß allerdings:  zumeist gibt es dabei viele Verlierer. Nämlich die Menschen an der Basis der Zusammengeschlossenen. Das ist bei Gemeindefusionen und Zusammenschlüssen von Staaten nicht anders, als bei Firmenzusammenschlüssen. Nur dass man hier keine Bürger entlassen kann.

Holzhau selbst wurde 1994 an Rechenberg-Bienenmühle angeschlossen. Meine heutige Ansichtskarte ist eine aus dem Jahr des Zusammenschlusses von Rechenberg und Bienenmühle zu Rechenberg-Bienenmühle. Es zeigt uns einen Blick von Bienenmühle hinüber nach Rechenberg. Und im Hintergrund ist auch Holzhau mit dem Morgenstein zu entdecken.
Beide Orte - Holzhau und dessen Vorort Rechenberg, gehörten übrigens früher bereits einmal zu Frauenstein. Präziser gesagt: zum Amt Frauenstein. Heute würden wir wohl "Kreis" dazu sagen.


Samstag, 27. Oktober 2012

Oktoberschnee

ich habe ernsthaft überlegt, dieses Wochenende noch einmal nach Holzhau zu fahren. Da ich aber noch Sommerreifen am Auto habe und die Wetterfrösche von Frost und Schneefällen sprachen, musste dieser Wunsch unerfüllt bleiben. Die Wetterfröschen hatten Recht: bei einem Telefonat mit Holzhau erfuhr ich heute, dass etwa 10 cm Schnee liegen. Aber ein bissl traurig bin ich schon, nicht gefahren zu sein.


Sonntag, 14. Oktober 2012

buntes Herbstlaub und Kürbissuppe

für viel Menschen, welche gern nach Holzhau fahren, ist der Winter besonders anziehend und schön. In der Tat - Holzhau bietet nahezu perfekte Wintersportmöglichkeiten, für den alpinen und nordischen Skisport. Auch ich habe diese Möglichkeiten bereits oft und mit großem Vergnügen genossen.

Die schönste Jahreszeit in Holzhau, ist für mich dennoch der Herbst. Das liegt daran, dass sich im Norden des Ortes der Töpferwald befindet. Über sieben Berge erstreckt sich zwischen der Teichtelle im Osten und dem Nebental des Welzkittelbaches im Westen wunderschöner Mischwald. Neben den immergrünen Fichten machen hier Buche, Ahorn, Esche, Birke und andere Laubbäume etwa die Hälfte des sichtbaren Waldbestandes aus. Durch die Ost-West Hanglage des sich bis über 800 Meter erstreckenden Waldes, ist dieser von Sonnenauf- bis untergang von Sonnenlicht verwöhnt. Das ergibt nicht nur perfekte Wachstumsbedingungen für Licht bedürftige Baumarten, sondern im Herbst wunderbare  Farbspiele.

In diesem Jahr hatte ich wieder das Glück, ein verlängertes Wochenende, genau während dieser Zeit im Erbgerichtsgasthof von Holzhau verbringen zu dürfen. Der Anblick ist dermaßen schön, das es schwer fällt zur Wanderung zu gehen. Am liebsten würde ich die gesamte Zeit am Fenster meines Pensionszimmers sitzen bleiben und den Wald betrachten.























Walter Richter muss es als eine Qual empfunden haben, diese Schönheit mit der damaligen schwarz/weiß Fototechnik nicht festhalten zu können. So kann auch ich hier im Blog nur eine s/w Karte eines Teiles des Töpferwaldes zeigen. Allerdings kann ich einen Link zu einem aktuellem Foto setzen. Was hier geschieht.

Wie hieß es doch im Titel des Beitrages? Richtig - buntes Herbstlaub und Kürbissuppe. Diese gab es in der Gaststube des Erbegrichtes und wurde gestern mit Nachschlag zum Abendbrot gegessen. Einfach lecker.

Wer es ermöglichen kann, sollte auf meinen Rat hören und sofort nach Holzhau fahren.

Montag, 24. September 2012

ein Blick zurück und einer nach vorn ...

seit zwei Tagen ist Herbst und dieser kündet davon, dass dieses Jahr bald wieder vorbei ist. Ehe wir uns versehen, ist schon wieder Adventszeit und ich überlege schon, ob und wann ich einen Weihnachtsstollen bei Bäcker Franke in Bienenmühle bestelle.
Ich will das mal nutzen, ein wenig Bilanz zu ziehen. Allerdings nicht für alle Ereignisse dieses Jahres, sondern nur in Bezug auf Erzgebirgs-Urlaub in Holzhau und seinen Vororten.
Bislang haben wir in diesem Jahr 4 mal kürzer oder länger in der Gegend geweilt. Es begann im März und endete im September. Der Besuch zu Ostern musste, wegen einer Erkrankung leider ausfallen. Dennoch sind es insgesamt 19 Holzhauundumgebung Tage geworden. An diesen sind wir mehr als 500 km gewandert - ich habe es spaßeshalber mal ausgerechnet, es waren fast 28 km pro Tag!
Ganz im Widerspruch zu weit verbreiteten allgemeinen Vorurteilen zum Wetter und speziell dem Sommerwetter 2012, war schönes Wetter der ständige Begleiter. Der Regenschirm wurde fast nicht benötigt. Viele schöne Ecken haben wir wieder gesehen und manches neu erwandert und besichtigt. So habe ich erstmalig den böhmischen Teil der Neugrabenflöße abgewandert. Und Dank der Übernachtung in der Weicheltmühle, konnte ich auch zum ersten Mal den schönen Blick vom Röthenhübel bei Nassau genießen.

Ganz zu Ende ist die Wandersaison damit allerdings noch nicht. Im Oktober kommen noch ein paar Tage dazu. Über diese wird selbstverständlich ebenfalls zu berichten sein. Hier im Blog und auf  facebook.

Zum Schluss die zum Anfang passende Karte von Walter Richter. Bäckerei und Cafe Franke.


Montag, 17. September 2012

fünfmal BACH und zwei Flüsse

Eine Wanderung von der Mulde zur Gimmlitz, hatte ich bereits einmal beschrieben. Am inzwischen leider vom Strom der Zeit weg gespültem Wochenende, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, den umgekehrten Weg zu gehen und dabei einige Zuflüsse der beiden Flüsse zu beobachten. Das Große bedarf immer der Kleinen um groß zu werden. Dabei stellt sich bereits die Frage: was unterscheidet eigentlich einen Fluss vom Bach? Klare Kriterien scheint es dafür nicht zu geben. Eines ist allerdings klar, jeder Fluss und selbst der größte Strom, war irgendwann einmal ein Bach. Mein Unterscheidungsmerkmal besteht darin, festzustellen, dass ich über den Bach mit einem Schritt gelange.


Zur Wanderung. Diese begann diesmal an der Weicheltmühle. Entlang der Gimmlitz ging es auf dem Schlüsselweg bis fast an die Brücke über die Gimmlitz. Auf halber Strecke haben wir, mit dem 2,5 km langem Krötenbach den ersten unserer fünf Bäche passiert.

Wir gehen nicht weiter in Richtung der Illingmühle, sondern biegen nach links ab, in den bergan führenden Weg, welcher mit einem grünen Strich gekennzeichnet ist. Diesem müssen wir etwa 500 m folgen, bis wir ganz oben, den kreuzenden Kammweg treffen. Den Kammweg gehen wir nach links hinein und wandern auf diesem, bis uns ein Wegweiser auf den Mäusebachweg hinweist. Der Mäusebach oder auch kleine Gimmlitz ist unser erster Bach welchem wir folgen und einer der Gimmlitzzuflüsse. Seine Quelle hat der Mäusebach etwa 1 km nordwestlich des Kannelberges (Drachenkopf). Vier Kilometer fließt sie, bevor sie zwischen Illing- und Kummermühle ihr Wasser der Gimmltz gibt. Etwa 1500 m folgen wir dem Verlauf des Mäusebachs und können uns dabei von der landschaftsgestaltenden Kraft, selbst eines solch kleinen Baches überzeugen. Kurz vor der Pension und Gaststätte Oberknapp gelangen wir auf die Kalkstraße. Wer durch des ständigen Blick auf den Bach Durst bekommen hat, kann hier schnell nach rechts in die Gaststätte abweichen, um ein "Rechenberger" zu trinken. Ansonsten laufen wir nach links auf der schnurgerade verlaufenden Kalkstraße. Langweilig wird uns hier nicht, gibt es doch etliche große Berg-Ahorn zu betrachten. Nach 1000 m erreichen wir eine große Wegekreuzung. Nach links gehen der Krötenbachweg und der A-Weg. Beide würden uns zurück zum Gimmlitz führen. Nach Westen verläuft der Proßweg über Rechenberg nach Bienenmühle. Wir wählen den südwärts führenden Brettellenweg. Er verläuft zu großen Teilen parallel zum Brettellenflüsschen. Auf seinem nur 1 1/2 km langem Weg zur Mulde hat er ein traumhaft schönes Tal geschaffen. Schon häufig habe ich hier im Blog darauf hingewiesen. Im unteren Teil erfreuen uns riesige Fichten und Buchen.

Am Ausgang der Brettelle sehen wir die dem Blog den Namen gebende Sommerfrische. Hier gehen wir nach links um dann auf der Straße nach rechts die Mulde zu überqueren und dieser dann bis zum "Erbgericht" Fluss aufwärts zu folgen. Hier ist die Mittagsrast geplant. Da wir inzwischen etwa 9 km Weg in den Beinen haben, ist diese Pause auch wohl verdient.


Die Karte zeigt uns an der linken Bildkante unsere gegenwärtige Pausenstätte, an welcher wir uns mit herzhaftem Esssen und erfrischendem "Rechenberger" Bier belohnen. Im Hintergrund der Kannelberg. Quellort für Mäusebach, Krötenbach, Brettellenflüsschen und Kalkfluss.


Nach dem Essen setzen wir unseren Weg in bisheriger Richtung fort, um wieder zurück in das Gimmlitztal zu gelangen. Direkt hinter dem Erbgericht geht es bergab über die Bitterbach (unser vierter Bach) und am Hotel "Lindenhof" vorbei. Ein Stück unseres Wege entlang der Mulde verläuft jetzt auf der Straße. Aber bald betreten wir den Muldenweg. Schnell haben wir die Drei-Telle erreicht und steigen auf dieser nach oben. An "Höhnes Ruh" vorbei, folgen wir nach rechts dem H-Weg. Ab jetzt wird es erst einmal komplziert. Das liegt daran, das wir zwar auf breiten, jedoch nicht markierten Wegen laufen. Als Grundorientierung: wir folgen dem Hauptweg unabhängig von Abzweigungen etwa 1 km mit südwestlicher Tendenz um dann an einer Gabelung den Weg nach Nordost zu wählen. Dieser bringt uns an die Gimmlitzquelle. Nach kurzer Besichtigungspause laufen wir einige Meter zurück um auf der schurgeraden Schneise 11 nach Westen zu wandern. Dort wo sie auf die Kalkstraße trifft geht es nach rechts in diese hinein. Bereits in den nächsten Weg nach links (Kalkflussweg) biegen wir ein. Dieser Weg folgt bald unserem fünften und letzten Bach und bringt uns an seiner Einmündung in die Gimmlitz wieder auf den Schlüsselweg. Bis zur Weichelt-Mühle sind es jetzt nur noch drei Kilometer - auch wenn die Wegweiser anderes behaupten.

Donnerstag, 6. September 2012

Bitte um Hilfe

die Sammlung von Walter Richter Karten ist inzwischen ziemlich umfangreich. Etwa 200 unterschiedliche Motivkarten sind es bislang in speziellen Album hinterlegt. Da viele Karten mehrfach verlegt wurden, liegt die Zahl der vorhandenen Karten sogar noch höher. Vor allem Motive aus Holzhau selbst (etwa 100) und dem benachbarten Rechenberg-Bienenmühle (fast 40) haben sich als die Schwerpunkte des fotografischen Schaffens von Walter Richter erwiesen. Daneben existieren aber auch Karten von:
- Burkersdorf
- Fleyh
- Hermsdorf
- Langenau
- Moldava
- Motzdorf
- Nassau
- Niklasberg
- Rehefeld

ich vermute einmal, dass es auch von anderen Orten Karten gibt. Daher meine Bitte um Mithilfe bei der Suche nach Karten. Mich interessiert jede Information, welche über den Stand der Erkenntniss im AK-Lexikon hinausgeht.

Montag, 20. August 2012

Mühlenwanderung durchs Gimmlitztal

die "Vertreibung" aus Holzhau hat sich für mich gelohnt. Das Wochenende in der Weichelt-Mühle war wunderschön und bot mir Gelegenheit einmal das Gimmlitztal in (fast) voller Ausdehnung zu durchwandern. Nur an der Quelle war ich diesmal nicht.
Die Wanderung bestand aus zwei Etappen, welche durch das Frühstück unterbrochen wurden. Vor dem Frühstück ging es um 6 Uhr los in Richtung Südost bis zur Kalkstraße. Zweimal kam ich dabei an der obersten der ehemals 23 (?) Wassermühlen, des nur 25 km langen Nebenflusses der Mulde vorbei. Seit dem  Bau der Talsperre Lichtenberg ab 1966 hat sich der Flußlauf noch erheblich verkürzt, wodurch nur noch die Standorte von 10 Mühlen zu besichtigen sind.
Frühstück gab es in meinem Quartier, der Weicheltmühle. Diese ist nicht nur eine wunderschöne Gaststätte und Pension, sondern als einzige der erhaltenen Mühlengebäude auch noch mit der funktionsfähigen Mühlentechnik ausgestattet und zu besichtigen.
Nach dem Frühstück führte mich der Weg durch das schattige Tal der Gimmlitz und immer an ihrem Verlauf entlang Richtung Talsperre. Vorbei an Müller-, und Illingmühle. Von der folgenden Finsterbusch-Mühle ist ebenso wie von der Rats-, Walk-, Schiller- und Kempe-Mühle nur noch der Standort zu besichtigen.

auch das Teichhaus Burkersdorf musste dem Talsperrenbau weichen.
Die Karte von Walter Richte ist über 100 Jahre alt























Von der Talsperre ging es via Dittersbach und Nassau zurück zur Weicheltmühle. Davon gibt es noch zwei besonders zu berichtende Dinge. Zuerst die herrliche Sicht vom Röthenhübel bei Nassau. Nur 670 m hoch, jedoch so günstig gelegen und eben unbewaldet, so dass von hier aus wunderbare Fernsichten in das Erzgebirge möglich sind. Obwohl das heiße Wetter nicht gerade gut für Fernsicht geeignet, hatte ich z.B. einen schönen Blick zum Schwartenberg und zur Augustusburg. Bei guter Fernsicht sieht man auch die höchsten Erzgebirgserhebungen, Keilberg un Fichtelberg.
Die zweite schöne Sache, war das kühle Rechenberger, welches mir die Wirtin der Pension Oberknapp einschenkte. Dazwischen gab es viele schöne und alte Bäume zu sehen. Berichtenswert vor allem starke Bergahorn (der stärkste an die 3 m BHU) und die im Umfang 4 m starke Eiche an der Agrargenossenschaft Nassau.


Freitag, 17. August 2012

Gold Wing Treffen in Holzhau

das kommende Wochenende hab ich frei und auch das Wetter verspricht sehr schön zu werden. Es wird wohl das heißeste Wochenende des Jahres. Möglich, dass in Deutschlands Südwesten gar die 40 °C geknackt wird. Ich hatte mir vorgenommen, nach Holzhau zu fahren. Dort wird es nicht ganz so heiß - ich denke mal so um die 25 - 27 °C.
Zum Glück aller Holzhauer Vermieter findet jedoch an diesem Wochenende auch das jährliche Gold Wing Treffen in Holzhau statt. Das ist wie Wintersaison im Sommer - also alle Quartiere besetzt. Was ein Segen für die Holzhauer Tourismusabhängigen ist, war mein Pech - kein Quartier frei.

Allerdings werde ich aus dieser "Not" einen persönlichen Glücksfall für mich machen und endlich einmal in der Weichelt.Mühle Quartier beziehen. Vorgenommen hatte ich mir das schon seit mehreren Jahren.

W. Richter Ansichtskarten von der Weichelt-Mühle oder des dazugehörigen Ortes Hartmannsdorf-Reichenau habe ich bisher nicht entdecken können. So ende ich heute mit einer Karte von Nassau, denn dahin werde ich sicherlich am Wochenende einmal wandern.

Montag, 30. Juli 2012

Walter Richter am Forsthaus Holzhau

bei meiner Sammelleidenschaft für Ansichtskarten achte ich nicht nur auf die Bilder. Häufig sind auch die Texte und sich aus Absender und Empfänger ergebende Zusammenhänge spannend.

Vor kurzen habe ich im eine Karte gekauft, dessen Motiv mir eigentlich bekannt ist und sich bereits in meiner Sammlung befand. Das Herstellungsdatum dieser Karte liegt spätestens im Mail 1899. Deutlich ist auf dieser, in einer mir bekannt vorkommenden Schrift vermerkt worden "das bin ich". Sofort lag für mich die Vermutung nahe, dass es sich hier um meinen Freund Walter Richter handeln könnte. Und richtig, die Karte ist an des jungen Walters Frankenberger Schulfreund adressiert.

Die Karte ist nicht aus dem Verlag von Walter Richter sondern vom Nestor der Ansichtskarten von Bienenmühle, Rechenberg und Holzhau Arthur Zieschang. Dieser war neben seiner Tätigkeit als Uhrmacher auch Herausgeber und Produzent vieler schöner Ansichtskarten. Sein Ladengeschäft befand sich in der damaligen Adresse "Bienenmühle 81". Heute ist das die Alte Straße 4 und Standort des Modellbahngeschäftes.

Wie es dazu kam, dass Walter Richter auf diese Karte kam, kann ich nur vermuten. Vielleicht ist er mit dem Photographen mitgegangen. als dieser einen Auftrag für seinen Vater Ernst ausführte. Interesse für so etwas lag bei Walter ja vor. Wir erinnern uns: es gibt eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1898.

Mal schauen, ob es dazu noch weiteres in Erfahrung bringen lässt.

die Karte: gelaufen am 26.5.1899

Detail aus der Karte mit W. Richter, damals noch keine 14 Jahre alt

Freitag, 13. Juli 2012

Mit dem Fahrrad durch Gebirge


Heute einmal mit dem Auschnitt aus einer Karte von W. Richter. Sie zeigt uns vor dem Hintergrund von Richters Sommerfrische einen Mann mit Fahrrad. Möglicherweise W. Richter selbst. Auch damals schon war der "Drahtesel" ein beliebtes Transportmittel, um von einem Ort zum anderen zu gelangen.  Polizist und Postbote nutzen das Fahrrad ebenso, wie Privatleute.
Mir fiel das ein, als ich vor zwei Tagen in der mdr-Sendung "biwak" einen Beitrag zum Biken im Erzgebirge sah. Schon das Wort zeigt den Unterschied zwischen damals und heute. Mit der früheren Fahrrädern, ohne Schaltung konnte man vor allem in der Ebene und bei Abfahrten gut vorankommen. Bergauf, wie hier in der Brettelle hieß es - schieben.
Mit heutigen speziellen "Bikes" schafft es der einigermaßen über Ausdauer verfügende Radler auch den Berg hoch und im schwierigen Gelände - wie uns die Sendung anschaulich demonstrierte. Aktueller Trend sind E-Bikes, also Fahrräder mit elektromotorischer Unterstützung. Damit können selbst wenig trainierte Radler, die Strecken im Erzgebirge bewältigen.

Die im Beitrag gefahrene Strecke über Illingmühle - Weicheltmühle - Schickelshöhe - Steinkuppe, ist auch eine schöne Wanderstrecke. Bin ich mit Start und Ziel "Erbgericht Holzhau" so ähnlich schon gelaufen. Aber fit möchte man dafür schon sein. Es sind deutlich über 20 km zu bewältigen.

Was ich im schönen mdr Beitrag (welcher sicher schon im Frühjahr entstand) auch noch feststellte ist, dass die Steinkuppe schon wieder geschrumpft ist. Früher war sie 806 m hoch, biwak hatte sie in der 8000 Tour auf 805 m abgesenkt, jetzt wurden 804 m genannt. Also noch 5 Beiträge bis zur 799!

Dienstag, 10. Juli 2012

Große Floßgrabenwanderung

eigentlich hatte ich diese bereits für Ostern geplant und dafür extra einen Tag Urlaub genommen. Leider kam ein Krankheitsfall in der Familie dazwischen. So habe ich die Wanderung im Urlaub durchgeführt.
"Große Floßgrabenwanderung" heißt für mich, auf beiden Seiten der Grenze, den deutlichen Spuren des Floßgrabens zu folgen. Auf tschechischer Seite bin ich dabei dem Floßgraben entlang seiner früheren Fließrichtung und auf deutscher Seite dieser Fließrichtung entgegen gefolgt.

Wanderausgangspunkt war wie immer mein Quartier im Holzhauer Erbgerichtsgasthof. Von diesem bin ich die Alte Straße bis hinauf ins Oberdorf und von dort über die Fischerbaude bis zum Battleck gewandert. Von den verschiedene Alternativen um zum Anfang des Floßgrabens zu gelangen, habe ich den Weg nach rechts in Richtung Cesky Jiritin gewählt. Unmittelbar am Ortseingang von dessen Ortsteil Horny Ves, ging es dann nach links auf den rot markierten E3 Weg. Diesen bin ich, um den 840 m hohen Sprengberg herum, etwa 3 km gefolgt. Hier zweigt rechtwinklig ein Weg nach rechts ab. Auf jenem Weg gelangte ich auf die grün markierte Straße entlang des Fleyh Stausees, welchen ich nach rechts bis zur Staumauer bewanderte, um von der Dammkrone ein wenig ins Land zu schauen.

Nach diesem Blick ging es zurück auf die Straße um ihr weiter zu folgen. Nach wenigen 100 m beginnt rechts der Straße die ausgeschilderte Floßgrabentour. Wunderschön gelegen verläuft diese unmittelbar neben dem ehemaligen Floßgraben. Dieser ist teilweise als stehendes Gewässer existent und auf anderen Teilstrecken Bett für einen Bach. Die Strecke ist ziemlich abenteuerlich und man kann sich der Hochachtung für die ingenieurtechnische Seite der Planung und den Leistungen der Bauausführenden schwer verschließen. Immerhin liegt der Bau nun fast 400 Jahre zurück. An vielen Stellen ist der Graben durch den Felsen getrieben worden. An langen Strecken verläuft er riskant an der Kante steil abfallender Berghänge. Kleine Brücken führen über ehemalige Überläufe, an welchen das Wasser reguliert und als Wasserfall abgelassen werden konnte. Von einem dieser Wasserfälle gibt es sogar Ansichtskarten - leider nicht von Walter Richter.

Allerdings ist der gegenwärtige Zustand des Weges nicht sehr sicher - Kinder würde ich nicht mitnehmen. Bei Felsüberkletterungen sind die Geländer nicht mehr vorhanden und an einer Stelle (ich vermute am Überfluter - dem Ansichtskartenwasserfall) fehlt die Brücke, so das man unmittelbar an einem steilen Abhang mitten durch den Bach über Steine zur anderen Seite muss. Ich hörte jedoch von einem Kundigen, dass dieses in nächster Zeit alles wieder instand gesetzt werden soll.
Nach etwa 3 km verläßt der Weg den Floßgraben und man steigt durch den Wald nach Cesky  Jiretin ab. Ich habe dort erst einmal Mittag gegessen und wie seinerzeit Kantor Naumann ein böhmisches Bier getrunken. Dann ging es hinüber auf die deutsche Floßgrabenseite. Ich bin also in Richtung Osten bis zum Grenzweg gegangen um über das "Alte G" zum Floßgraben zu kommen. Ich hätte aber auch über die halbe Metze laufen können und dadurch noch 1 km mehr Floßgraben besichtigt. So war mein Wiedereinstieg in die Tour ein wenig weiter Grabenaufwärts. Was nicht schadet, denn der schönste Teil liegt jedenfalls im Bömischen.  Der bekannte Floßgrabenweg führte mich dann bis zum Grenzweg. Dort überquert der Floßgraben den Rauschenbach. Auf einer Hinweistafel kann man sich über das Flößen sachkundig machen.



Die Floßgrabentour ist hier zu Ende. Mein Wanderweg noch nicht Über den Habichtsgrund ging es zur Fischerbaude. Dort konnte ich meinen Durst mit einem "Rechenberger" stillen, um dann über das Schwarze Ringel und den Muldentalweg wieder ins Erbgericht zu gelangen.

Samstag, 7. Juli 2012

auf der Suche nach großen Bäumen. Teil 2

Vor reichlich 3 Wochen hatte ich dazu schon einmal geschrieben (große Bäume). Nach dem Urlaub in Holzhau komme ich noch einmal darauf zurück. Hatte ich doch in zwei Wochen Holzhau Urlaub hinreichend Zeit Bäume zu besehen und zu vermessen. Die Liste:

- Fichten in der Brettelle kann man im Block behandeln. Mehrere sind 50 m hoch, die stärkste misst 3,50 m.
- Rotbuche am Proßweg: 3,90 m Umfang;
- Birke an der Alten Straße: 2,10 m;
- Berg-Ulme an der Alten Straße: 3,14 m
- Esche ebenfalls an der Alten Straße: 3,92 m;
- Schwedische Mehlbeere an der Alten Straße: 2,26 m.

Wie man sieht, lohnt bereits eine Straßenwanderung auf der Alten Straße um beeindruckend große Bäume zu betrachten. Zwischendurch kann man im "Eschenhof" oder im "Erbgericht" einkehren. Dabei stellen die aufgeführten Bäume nur eine Auswahl dar. Weitere große Eschen und Bergahorn kann man finden. Aufgelockert wird diese "Eschenallee" durch Birken, Erlen, Linden und Kastanien.

Um stärkere Bergahorn als den 2,29 m messenden an der Alten Straße stehenden Baum zu finden, muss man die unmittelbare Ortslage verlassen. Die stärksten von mir gemessenen Exemplare stehen an der Alten Kalkstraße und dessen Einmündung in den Schlüsselweg. Diese sind 2,90 m bzw. 2,82 m stark. Weitere große Exemplare säumen die Kalkstraße.

das hinterste der dünnen Stämmchen, vor dem rechts zu sehendem Gebäude, gehört zu einem Bergahorn. Welcher also jetzt reichlich 100 Jahre alt ist und damit das erste Viertel seines Lebens erreicht hat. Der Baum hat jetzt 1,62 m Umfang. Paul Fischer hat ihn vielleicht selbst gepflanzt, nachdem er 1901 das Haus kaufte.

Freitag, 6. Juli 2012

Pilgerweg



Im vorletzten Beitrag war es eine Ankündigung - durch den Urlaub wurde es Realität. Obzwar: Diesen Weg auf den Höhen bin ich oft gegangen ... *

Denn seit Jahren hat der Weg auf der Alten Landstraße einen festen Platz im Wanderprogramm. Der Weg führt an Holzhau vorbei und stellte bei Holzhaus Ortsgründung eine der drei Grenzmarkierung für den Ort da. Reichte die Gemarkung doch „bis an die böhmische Straß“. Da liegt es in doppeltem Sinne nahe, auf diesem Weg zu wandern, welcher uns heute als die Alte Landstraße bekannt ist.
Am 9. Juni wurde der Weg zwischen Rechenberg-Bienenmühle und Marianske Radice durch 70 Wanderer eröffnet, berichtete "Freie Presse". Da unser Urlaub erst am 20.6. begann, erfolgte unsere Eröffnung zwei Wochen später und auch nur auf Teilabschnitten. Dafür begann unser Weg ein wenig weiter nördlich, bereits auf der höhe des Nassauer Oberdorfes.

Die in der Zeitung voravisierten Schilder mit Erklärungen zum Weg haben wir leider noch nicht entdecken können, sie wurden wohl noch nicht angebracht. Schade – hätten sie doch unser Wissen ergänzen und unsere Phantasie beflügeln können. Was für uns nicht weiter schlimm ist. Wir kommen auf jeden Fall wieder und werden sie eben später lesen. Wichtig ist solch Phantasieunterstützung besonders für ganz junge Wanderer. Ich habe es mit meinen Kindern so gehalten und denke, manchmal hat es ihnen gefallen und geholfen durch den Wald zu wandern. Jedoch sind sichtbare Informationen auch für andere Wanderer wichtig - allein ein weiteres Wegezeichen treibt niemanden auf die Wandertouren.
Sozusagen als "Ersatz" möchte ich im Blog meine (historisch sicher nicht ganz fundierten) Gedanken beim bewandern dieser Straße schildern. Diese habe ich stets bereits dann, wenn wir von Nassau kommend den steilen Weg bergab nach Rechenberg nehmen.

Schwer war es sicherlich für die Händler, wenn sie mit ihren Wagen von Frauenstein kommend über Nassau, aus 700 m Höhe hinab zur Muldenfurt mussten. Besonders der letzte knappe Kilometer war nur mit vorgelegten Hemmschuhen zu bewältigen. Schon als Fußgänger staucht es uns mächtig zusammen, so dass ich häufig den Umweg über den Proßweg wähle, um zu meinem Bier in Rechenberg zu gelangen. Dieses wurde zur Zeit „meiner“ Handelskarawane noch nicht dort gebraut. Ich lasse diese nämlich etwa 1300 - drei Jahrzehnte nach erster offizieller Erwähnung von Rechenberg fahren. Auch ohne Bier werden die alten Händler froh gewesen sein, einen sicheren Ort erreicht zu haben und für den nächsten Tag Kraft zu schöpfen. Auch wenn eine Geleitssteuer, wohl in Form von Salz zu zahlen war. Aber sicherer war es bestimmt, als in der Zeit vor der Entstehung der Burg von Rechenberg. Und der Weg ist ganz bestimmt erheblich älter als der Ort, ist doch davon auszugehen, dass die Burggründung selbst, auch wegen der Sicherung des Weges erfolgte.

Der folgende Tag versprach den Händlern Beschwerlichkeiten. Von der Muldenfurt in etwa 570 m Höhe geht es auf ca. 1 km steil hinauf bis zu 740 m. Im Mittel also 17 %! Trotz in Rechenberg genommener Zuspanntiere werden, die Händler häufig selbst in die Speichen gegriffen haben. Wie schwer der Weg zu bewältigen war, zeigt uns der Selbstversuch zu Fuß. Besonders bei warmen Wetter ist der Anstieg schweißtreibend. Dennoch sollten wir, trotz der Mühen beim Aufstieg die Augen offen halten. Interessantes ist zu sehen. Links neben der alten Landstraße erkennen wir einen tief ausgefahrenen Hohlweg. Dort werden die Wagen nach oben und unten gefahren sein. Als dieser Fahrweg zu ausgefahren und ausgewaschen war, wurde eine neue Spur daneben gesucht. Als Wanderer der Neuzeit wird man sich fragen, warum haben die Händler nicht einfach den bequemeren Weg durch den Trostgrund gewählt? Die Ursache mag wohl darin liegen, das Kammwege, wie die alte Landstraße, übers Jahr hin eben besser befahrbar sind. Bei Schneefall, Schneeschmelze, starkem Regen oder lang anhaltender Trockenheit sind unbefestigte Talwege bestimmt nicht befahrbar, währenddessen man auf dem Kamm doch irgendwie noch voran kommt.

Die Händler haben es wie wir, diesmal wieder geschafft. Von der Höhe hätten sie jetzt einen schönen Blick in das Muldental und hinüber zum Kannelberg. Um 1300 wird das noch nicht so gewesen sein. Sonst hätten die Holzhauer dann reichlich 200 Jahre später nicht zum Hauen gehabt, wenn damals bereits freies Feld den Blick ins Tal ermöglicht hätte. Aber wer weiß – eventuell hatte ein Köhler bereits freie Teilflächen geschaffen.

Walter Richter hat auch dieses Mal die passende Karte. Blick von der Alten Landstraße hinüber nach Oberholzhau. Karte aus dem Jahr 1933.

Wir verlassen bald die alte Landstraße und betreten deren asphaltierte Verlängerung – die Ringelstraße. Auf der rechte Seite steht ein einzelnes Gehöft. Ich stelle mir immer vor, dass dort die Ausspanne für die zusätzlich in Rechenberg genommenen Zugtiere war. Der Standort wäre dann etwa ebenso alt, wie die Obere Brettmühle an der Brettelle und etwa zeitgleich mit Rechenberg entstanden. Nachdem 1459 der Vertrag von Eger geschlossen und damit die Grenzen zwischen Böhmen und Sachsen festgelegt wurden, könnte an dieser Stelle auch die Zollstation gelegen haben. Einem Meilenblatt von 1786, entnehme ich jedenfalls, dass die Zollstation dort befindlich war. Später befand sich die Zollstation an der Stelle, welche wir jetzt als Standort der Fischerbaude kennen. Hier beginnt bei unserer Wanderung auf den Spuren des alten Handelsweges eine besonders abenteuerliche Strecke. Dafür gehen wir, nachdem wir uns in der Fischerbaude gestärkt haben, sofort nach Verlassen der Baude nach links in den Hohlweg, welches seinen Namen mit gutem Recht trägt. Der Weg dürfte dem Verlauf des Handelsweges entsprechen und durch die Wagen der Händler so tief eingefahren sein. Gegenverkehr durfte hier nicht kommen.  Das Gras auf dem Weg steht im Sommer mindestens hüfthoch. Erfreulich wäre es, wenn sich das FVA dieser Sache annehmen könnte und den Weg damit auch für weniger risikobereite Menschen begehbar macht. Perfekt wäre es jedoch, wenn außerdem ein einheimischer Pferdefuhrunternehmer regelmäßig Fahrten von der Fischerbaude nach Dlouhá Luka  durchführen würde. Denn für die Mehrzahl der Normalwanderer ist der Weg einfach zu weit, um bis an die Kante der Bruchscholle des Erzgebirges zu wandern. So wandere auch ich stets nur bis zum Battleck und wende mich dann nach Horny Ves oder Moldava.

Fazit: eine sehr schöne Wanderung von Rechenberg zum Batteleck und zurück. Gut für Rechenberg und Holzhau Urlauber geeignet. Ich werde diesen Weg über die Höhen noch oft gehen, vielleicht auch einmal bis Dlouhá Luka.

* geklaut aus dem Rennsteiglied

Donnerstag, 14. Juni 2012

auf der Suche nach großen Bäumen ....

bestimmt hat jeder Wanderer, neben Wunsch sich an frischer Luft zu bewegen eines oder mehrere spezielle Ziele bei seinen Touren. Etwas Neues kennen zu lernen, schöne Aussichten genießen, Früchte des Waldes zu ernten usw. usf. Auch diese Dinge gehören zu meinen Wanderzielen.
Eines meiner besonderen Wanderziele ist jedoch die Bekanntschaft mit besonderen Bäumen. Also Suche und bestimme ich die Baumarten, welche ich im Wald so finde. Dabei bin ich besonders froh, wenn ich auch ganz besonders schöne oder große Bäume entdecke und bewundern kann. So zum Beispiel in Holzhau die besonders starken (über ein Meter Durchmesser) und hohen Fichten manch einer dieser alten Waldbewohner ist an die 50 Meter hoch! Und auch von Buchen haben ich bereits ähnlich große Exemplare entdecken können. Da überlegt man sich auch, wie alt diese Bäume sind. Von den Fichten an der Brettelle sind z.B. etlich deutlich älter als 200 Jahre! was die alles schon so gesehen haben mögen, ohne sich von der Stelle zu rühren. Auf alten Ansichtskarten von Holzhau versuche ich manchmal solche Bäume wiederzuerkennen, was mir bislang noch nicht so richtig gelungen ist.


Bäume am Ringel. Leider ist kaum herauszufinden an welcher Stelle des Ringels Walter Richter seine Kamera aufgebaut hatte.

Das mache ich nicht nur im Urlaub so, sondern auch zu Hause in Berlin. Meine bisherigen Favoriten:

- eine Schwarzpappel mit 6,25 m Umfang;
- eine Pyramidenpappel mit mehr als 30 m Höhe;
- eine Platane mit 3,70 m Umfang;
- eine Eiche mit 3,85 m Umfang und
- eine Kastanie welche im Umfang 3,55 m misst.

Zwei kleine ganz große habe ich noch. Nämlich einen Holunder mit 90 cm Stammumfang sowie einen Weißdorn mit 1,04 m!




Sonntag, 10. Juni 2012

Fußballfieber 2012 ...

alle fiebern für ihr Team. Ich wurde rechtzeitig geimpft, fiebere allerdings für Holzhau. Der Blick auf die Wettervorschau verheißt gute Aussichten, für eine erfolgreiche Erholung vom Mühsal des Alltages und der Arbeit. Die Speicher des Wirtshauses sind gefüllt mit den Zutaten für leckeres Essen. Rechenberger Bier ist in ausreichender Menge vorhanden.
Einige Wandertouren hatte ich bereits skizziert. In der Freien Presse wurde am 6.6. berichtet, dass der alte Handelsweg zwischen Rechenberg und Osek wieder belebt wird, zwar nicht als Handelsweg - dafür jedoch als touristische Attraktion. Auch wir werden auf diesem Weg wieder einige Wege pilgern und somit zur Belebung beitragen. Zumindest die Abschnitte zwischen Rechenberg und Oberholzhau sowie von dort bis Dlouhá Louka stehen auf dem "Plan" und werden Teile von Wanderungen darstellen.


Walter Richters Ansichtskarte aus dem Jahr 1920 zeigt uns den Weg kurz hinter der Ortslage Rechenberg. Steil geht es von der Rechenberger Muldenfurt bei etwa 570 m bis zu fast 800 m  nahe an der Steinkuppe hinauf. Der erste Kilometer ist der schwerste. Allein auf diesem Stück gilt es ungefähr 150 m an Höhe zu gewinnen! 

Mittwoch, 30. Mai 2012

Blick in die Zukunft

Mein Blick in die Zukunft reicht heute so ziemlich exakt 3 Wochen weit. In nämlich jener Zeitspanne, wird die Anwanderung bei unserem diesjährigem Holzhau-Urlaub bereits wieder Geschichte sein.
Zwar planen wir unsere Wanderungen nicht langfristig und exakt vor, der Verlauf der ersten Wanderung gilt jedoch als ziemlich sicher.

Nach dem Frühstück im Erzgebirgsgasthof "Erbgericht" in Holzhau, wandern wir in Richtung Westen auf der alten Straße. Vor dem ehemaligen Erbgerichtsgut begrüßt uns die mächtige Ulme.* Am "Skihof" geht es nach rechts über die Muldenbrücke und dann wieder nach links durch das Gelände der ehemaligen Möbelfabrik bis zu "Richters Sommerfrische" - jetzt Pension "Muldental". Hier marschieren wir nun in den Wald hinein und betreten die Brettelle.

An der Abzweigung des Schwerdtweges, werde ich die große Fichte begrüßen und ihr die Grüße meiner Schwarzpappel aus dem Stadpark an der Rathausstraße in Lichtenberg übermitteln. Weiter geht es aber in der Brettelle. Vorbei an den vielen Baumriesen von Fichten und Buchen, des vielgeschossigen kleinen Urwaldes rund um das Brettellenflüsschen, erreichen wir bald den Buchensteig. Meine Frau wird hier sicherlich einen kleinen Vorsprung haben, weil ich immer wieder stehen bleibe um Details der Natur zu betrachten.

In den Buchensteig geht es nach links hinein. Von links grüßt uns die dicke Fichte - mehr als 3 1/2 m Umfang, rechts stehen mächtige Rotbuchen.  Dem Buchensteig folgen wir in seinen Schleifen um die Höhen und über die Tellen bis nach Rechenberg. Der erste Abschnitt führt dabei oberhalb der Brettelle, parallel zum Brettellenweg. Mit großer Wahrscheinlichkeit, werden wir hier auch am Tage Rehen begegnen. In höhe der Schanze, einer alten Wehranlage, stößt unser Weg an die Waldkante und ermöglicht uns herrliche Aussicht nach Holzhau und in das Muldental.

Nicht mehr weit und wir sind an der alten Handelsstraße, welche hier zwischen Nassau und Rechenberg verläuft angelangt. Obwohl wir jetzt die Kirche von Rechenberg im Blick haben und wissen, dass uns hinter dieser die Brauerei mit einem kühlen Rechenberger Kellerbier erwartet, gehen wir erst einmal geradeaus auf dem Proßweg weiter - müssen wir doch noch eine alte Bekannte begrüßen. Diese wartet geduldig am R-Weg auf uns. Es ist die starke Buche (3,85 m Brusthöhenumfang). Hier haben wir den Wendepunkt erreicht und gehen Richtung Osten auf dem R-Weg zurück um endlich unser Begrüßungsbier zu trinken. Prost!

Zurück nach Holzhau benutzen wir sicherlich den Schanzenweg.

* inzwischen wegen Krankheit gefällt.


Am Schanzenweg - aus Richtung Holzhau gesehen.

Die beschriebene Strecke ist keine 10 km lang und auch von ungeübten Wanderern leicht zu bewältige. Bänke laden unterwegs zur Rast ein. Und sollte ich diesen Weg so ähnlich schon einmal beschrieben haben - macht nichts, man endeckt immer wieder Neues.

Sonntag, 27. Mai 2012

durchs wilde Muldental ...

... frei nach Karl May. Abenteuerlich aber frei von Gefahren und ohne Blutrache. Im Urlaub etwas abenteuerliches zu erleben, bedeutet nicht ständig in Gefahr für Leben und Gesundheit zu schweben, wie des Schriftstellers Helden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Abenteuer bietet uns die Landschaft und Natur in der Umgebung Holzhaus auch so - man sollte nur die Augen offen halten.

Heute wandern wir durch die Schluchten des Muldentales zum Kaffeetrinken zum Teichhaus. Wenn wir Glück haben, entdecken wir dabei eine sich sonnende Kreuzotter, Blindschleiche oder Eidechse. Das Bild mit der Schlucht ist dabei gar nicht so falsch. Kannelberg (805 m) und Katzenstein (793 m) liegen nur 2 Kilometer auseinander. Dazwischen hat sich die Mulde, bis fast hinunter zu 620 m eingefräst. Ganz markant zeigt sich das zwischen den nur knapp 900 m auseinander liegenden Ziegenrücken (750 m) und dem 765 m hohen Morgenstein. Über mehr als 100 m fällt das Gelände hier steil ab.

Um dieses zu erleben, wandern wir von der Ortsmitte Holzhaus in Richtung Osten. Vorbei am Försterfelsen und der Kähnelbahnschneise erreichen wir den Muldenweg. Bereits nach 250 m verlassen wir diesen und steigen den Dreitellenweg bergan. Die Dreitelle ist eine der schönen Quertäler der Mulde. An der ersten scharfen Linkswendung des Weges, bietet sich uns ein schöner Blick auf die andere Seite des Muldentales. Wer genau hinschaut sieht die Felsen des Morgensteines. Nach nicht ganz einem Kilometer Aufstieg gelangen wir zu einer Kreuzung. Der Dreitellenweg wendet sich hier ganz scharf nach links und ist für einige dutzend Meter eins mit dem Reitsteig. Wir verlassen hier den Dreitellenweg und laufen nach rechts um dem Reitsteig zu folgen. In reichlich 700 m Höhe windet sich der Reitsteig um die Berge. Dabei nähert er sich bis etwa auf 100 m. der tief unter uns rauschenden Mulde - der gegenüber liegende Hang des Katzensteines, scheint fast greifbar nahe zu sein. Direkt unter uns befindet sich naturnaher Wald, in welchem auch viele, vor etlichen Jahren frisch gepflanzte Weißtannen stehen.

Am Ende unserer zweiten "Schleife" um einen Berg - das ist jetzt der Ziegenrücken - erwandern wir die Viertelle.  Das Ende einer Schleife erkennen wir immer daran, dass der Weg sich von östlicher oder gar nordöstlicher Richtung abrupt nach Süden schwenkt und dabei einen Einschnitt in den Berg überquert. Den in der Viertelle verlaufenden Weg gehen wir nach unten, um wieder auf den Muldenweg zu gelangen. Jetzt sollten wir genau aufpassen. Wenn die Sonne scheint, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir eine Schlange oder eine Blindschleiche beim Energie sammeln erwischen. Dem Muldenweg folgen wir bis zu seinem Ende und sind dann nur noch 250 m vom unserem Kaffeeziel "Teichhaus" entfernt.

Nach der Jause geht es zurück nach Holzhau. dafür kann man die kurze Strecke auf dem Muldenweg benutzen. Ich schlage jedoch den Gang auf dem "Schwarzen Buschweg" vor. Also auf der anderen Seite der Mulde.



Wenn wir das Teichhaus aus dieser Perspektive sehen, dann haben wir den Viertellenweg verpasst. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Wir gehen dann einfach weiter bis zur Teichtelle und laufen entlang der Straße zurück zum Teichhaus.

Montag, 21. Mai 2012

Wanderwochen im Erzgebirge

zur Zeit läuft die Frühjahrswanderwoche durch das Erzgebirge. Auf der Internetseite Erzgebirge-Tourismus sind die dabei geplanten Touren nachlesbar. Auch meine Tageszeitung "Freie Presse", welche ich mir extra nach Berlin schicken lasse, berichtete darüber. Jedoch ist das Wandern nicht an geplante Veranstaltungen gebunden. So beginnen unsere Wanderwochen erst in 30 Tagen. Dann werden meine Frau und ich wieder für zwei Wochen im Erbgericht Holzhau Quartier nehmen.

Gestern, so las ich im veröffentlichten Wanderplan der bis zum 27.5. laufenden Wanderwoche, fand mit Start in Rechenberg eine Gimmlitztal-Wanderung statt. Das Tal der Gimmlitz wird auch in unserem persönlichen Wanderplan eine Rolle spielen und mindestens einmal Wanderziel sein. Holzhau-Wanderer berichtete bereits über die März Wanderung ins Gimmlitztal zur Weicheltmühle.

Unsere Wanderwochen planen wir selbstverständlich nicht durch. Das jeweiligen Wanderziel wird ziemlich spontan ausgewählt und möglicherweise jeweils beim Abendbrot, für den nächsten Tag bestimmt. Ziemlich gewiss ist, das wir am Ankunftstag über die Brettelle und den Buchensteig nach Rechenberg zur Brauerei wandern werden. Im Schalander wird dann das erste isotonische Wandergetränk eingenommen.
Wanderziele sind aber auf jeden Fall auch wieder der Hemmschuh (mit Zwischenstop am SWF Neuhermsdorf), Cesky Jiretin und Nassau.


An der linken Bildkante sehen wir eines unserer Wanderziele - den Hemmschuh. Heutzutage erheblich stärker bewaldet, als es sich auf dieser Ansichtskarte aus dem Jahr 1921 darstellt. Der naturnahe Buchenwaldbestand des dortigen Naturschutzgebietes ist äußerst sehenswert und einer der am höchsten gelegenen Buchenwälder Sachsens überhaupt. Immerhin ist der Hemmschuh mit 846 m, noch 40 Meter höher als der höchste Gipfel Holzhaus! 


Mittwoch, 16. Mai 2012

nicht nur den Ball flach halten ...

bald wird das Fußball-EM-Fieber grassieren. Da werde ich den Ball ganz flach und mich völlig heraus halten. Was sicher nicht einfach ist. Denn Zeitgenossen, welche sich selbst für Fans und Sportsleute halten, werden unfair herum krakelen und mit aus dem Fenster geworfenen Böllern jedes Tor feiern und somit meinen Schlaf stören. Es dürfte verständlich sein, dass ich innerlich jedes Tor feiere, welches nicht fällt. Zum Glück bin ich in der Finalrunde dann im Urlaub. Selbstverständlich in Holzhau.

Auch dort kann es flach zu gehen. Und damit meine ich nun das Gelände. Obwohl im Mittelgebirge gelegen und   bei Wanderungen durch stetes auf und ab anstrengend sein könnend, geht es auch flach.

Einige Beispiele für Wanderungen ohne große Höhenunterschiede überwinden zu müssen. Sollte man oben auf dem Berg, z.B. in der auf 760 m gelegenen Fischerbaude den Urlaub verbringen, kann man rund um die Steinkuppe und den Katzenstein schöne Wanderungen durchführen und dabei auch bis zum Torfhaus gelangen. Unterwegs laden Bänke zum Verweilen und zum Genießen der Ruhe ein. Wer länger unterwegs sein möchte, dem sei empfohlen, durch den Ringelwald zu wandern. Das langweilige geradeaus des Ringels, lässt vermeiden. Man benützt ganz einfach die Parallelwege des Ringels - Alter Ringelweg und Hangweg. Wenn man es bis zum Klötzerweg geschafft hat, wird man durch eine schöne Aussicht belohnt.

die "Partie am Ringel" brachte Walter Richter 1920 auf die Ansichtskarte
Aber auch der, unmittelbar im Tal der Mulde, in der Alten Mühle oder dem Erbgericht seinen Urlaub Verbringende, kann flach wandern. Er folgt einfach der Mulde über den Muldentalweg und wenn er am Teichhaus vorbei ist, den Grenzweg. Der Weg führt ihn zum ehemaligen Bahnhof Hermsdorf-Rehefeld, welcher heute Gaststätte und Hotel (SWF) ist. Dabei geht es zwar über 100 m nach oben - das merkt man aber kaum, da sich dieser Anstieg auf 7 km verteilt. Die Strecke ist ideal: wenn man noch dem Frühstück loswandert, ist man zum Mittagessen am SWF. Auf dem Rückweg kann man dann im Teichhaus schon wieder Kaffee trinken und Kuchen essen. So muss man trotz der 14 km Weg nicht fürchten, abzunehmen

Samstag, 12. Mai 2012

die steilen Felshänge und große Höhen ...

... müssen es nicht immer sein. Große Höhen und permanent mit Schnee bedeckte Gipfel bietet uns das Erzgebirge sowieso nicht. Dafür ist es aber auch für den untrainierten Urlauber möglich, jeden Gipfel zu besteigen. Zugegeben - 1000er kann mein Holzhau nicht aufbieten, aber rund um den Ort gibt es mehrere 800 m hohe Bergeshöhen. Einige davon gestatten auch einen guten Fernblick.
Nahe liegend im unmittelbaren Wortsinn ist die Steinkuppe mit ihren 806 m und schöner Aussicht in das Muldental Richtung Nordost. Wer sowieso gerade in der Fischerbaude gegessen hat oder eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen zu Stärkung am Nachmittag zu sich genommen hat, kann den "Aufstieg" zum abarbeiten der Kalorien nutzen. Von der in 760 m Höhe gelegenen Fischerbaude ist es weniger als 1 km angenehm zu laufender Weg bis zum Gipfel. Dort kann man sich ins ausliegende Gipfelbuch eintragen.
Wer sein Quartier im Tal, also z.B. in der Alten Mühle, dem Eschenhof oder dem Erbgericht hat, ist der Aufstieg zum 805 m hohen Kannelberg (Drachenkopf) zu empfehlen. Allerdings ist auf den etwa 3 km bis zum Gipfel ein Anstieg von etwa 200 m zu überwinden. Da aber Urlauber genügend Zeit mitbringen, ist das kein Problem. Die Bretttelle zeigt uns auf dem Anmarsch ihre großen Bäume.  Der Kannelberg selbst liegt mitten im Wald und bildet somit keinen Aussichtspunkt. Gute Aussicht erhält man jedoch von den Zugangswegen. Dort wo der Schwerdtweg den E-Flügel kreuzt, gibt es eine tolle Aussicht zum Holzhauer Oberdorf mit der Steinkuppe und der Fischerbaude, sowie tief hinein ins böhmische. Von der Kalkstraße sieht man an klaren Tagen die Augustusburg.
Wer eine Tagestour Richtung Hermsdorf macht, sollte über die 805 m hohe Schickelshöhe und vorbei an den 3 Windrädern auf der fast gleich hohen Höhe gehen. das sind Berge mit Glatze, also ohne Wald und bieten eine schöne Aussicht. Anschließend können die Wanderer im alten Zollhaus, dem Wettin oder dem SWF Mittag essen. Letzt genanntes Haus (SWF) beherbergt ein kleines, aber feines Eisenbahnmuseum. Und die Hochzeitsallee ist sowieso eine Besichtigung wert.

Die Karte aus dem Jahr 1931 zeigt uns den Blick von Oberholzhau zum Kannelberg. Die sichtbare Schneise ist der E-Flügel und im oberen Teil als als Wanderweg begehbar. Dort wo der E-Flügel von etwas hellerem Wald gekreuzt wird, verläuft der Schwerdtweg.

Immer wieder Holzhau!

Mittwoch, 9. Mai 2012

liegt Frankenberg im Erzgebirge?

ganz so wichtig ist diese Frage eigentlich nicht. Strenggenommen gehört Frankenberg nicht zum Erzgebirge. Die Stadt befindet sich jedoch im unmittelbaren Erzgebirgsvorland, direkt an dessen Nordkante. Strukturmäßig gehört Frankenberg heutzutage jedoch zum gleichen Kreis wie Holzhau - zu Mittelsachsen.


Die für mich interessante Frage ist eigentlich, ob Walter Richter auch Ansichtskarten von meinem Geburtsort verlegt hat. Oder anders gesagt - hatte er stabile Rückverbindungen in den Ort, aus welchem er mit seinen Eltern ins tiefe Gebirge nach Holzhau verzog, als er etwa 10 Jahre alt war. Aus alten, von ihm selbst geschriebenen Ansichtskarten weiß ich, dass er mehrfach einem Freund nach Frankenberg schrieb und diesen gar nach Holzhau einlud. Waren diese Verbindungen jedoch so geartet, dass er später Frankenberg besuchte und dort vielleicht sogar Ansichtskartenmotive aufnahm? Nötig hatten es potentielle Kunden von Ansichtkartenverlegern nicht. Frankenberg hatte selbst mehrere Ansichtskartenproduzenten im Ort.


Obzwar zur damaligen Zeit die Verkehrsverbindungen nicht so ausgebaut wie heutzutage waren, bestand jedoch über die Eisenbahn eine schnelle und gute Verbindung zwischen Holzhau und Frankenberg. Rein verkehrstechnisch, wäre es also durchaus im Rahmen der Möglichkeiten.

Ich suche jedenfalls weiter Obwohl meine Hoffnung darauf nicht sehr groß ist.
Eine Karte ist heute nicht dabei.

P.S. immer wieder Holzhau!!

Samstag, 5. Mai 2012

mit großen Schritten dem Urlaub in Holzhau entgegen

Ja so ist es. Ein Blick auf den Kalender sagt mir, es sind nur noch 46 Tage bis zum nächsten Urlaub in Holzhau.  Nicht nur die Seele, auch mein Körper signalisiert mir immer wieder, das es auch allerhöchste Zeit wird den Akku aufzuladen. Vorerst behelfe ich mir mit Ersatzwanderungen in der Berliner Natur und mit schönen Gedanken an den Urlaub.
Außerdem überprüfe ich das Equipment erforderlicher Urlaubsutensilien. Bei meinem Lieblingsausstatter Camp 4, habe ich mir leichte Sommerwanderschuhe von Meindl zugelegt. Die werden jetzt systematisch eingewandert.  Bei dem zu erwartenden Sommerwetter können die schwereren Lowa Schuhe mal eine Pause machen.
Schon das Verfassen dieses kurzen Textes hat ein wenig Urlaubsstimmung in mir erzeugt. So sollte es auch sein.

Wir sehen uns in Holzhau!


Diese schöne Karte, so etwa aus dem Jahr 1935, zeigt mir nicht nur meine Unterkunft, den Erbgerichtsgasthof Holzhau (in Bildmitte). Die Verlagsangabe der Karte ist interessant:


neben W. Richter steht nämlich A. & R. A. - gemeint ist der Verlag von Arno und Rudolf Adam aus Dresden.

Mittwoch, 25. April 2012

wir wandern nach Nassau

... aus gegebenem Anlass. Heute traf nämlich auf dem Postwege eine neue Alte Ansichtskarte von Walter Richter ein.  Die Nummer der Karte verrät uns, dass deren Produktion vor 80 Jahren erfolgte.


Beim Verlegen der Karte gab es jedoch ein kleines Problem - diese Nummer taucht bereits auf einer weiteren Karte von Nassau auf. Auch solche kleinen Ungenauigkeiten freuen den Sammler.

Das Motiv der Karte zeigt uns unter anderem die Nassauer Kirche. Wie bereits einmal angemerkt, ist diese der Standort der letzten, vom berühmten Orgelbauer Gottfried Silbermann fertiggestellten Orgel. 
Wir nutzen den Eingang dieser schönen Karte, um eine Wanderung nach Nassau zu machen. Dort können wir uns das Motiv im Original anschauen. Wir starten erst nach dem Mittagessen - ist ja nur eine kurze Wanderung. Wir nehmen von Holzhau aus den Brettellenweg bis zum N-Weg. Das gibt uns wieder einmal die Gelegenheit an den großen Fichten der Brettelle vorbei zu schauen. In den N-Weg gehen wir nach links und überqueren auf der Wanderung auch den Proßweg. In die bald erreichte Kalkstraße  biegen wir erneut nach links ein. Jetzt geht es nur noch geradeaus. Auf der Dorfstraße von Nassau, laufen wir an der Kirche vorbei bis zur Bäckerei Dienel. Hier können wir ein Stück Kuchen essen und dazu einen Kaffee oder Tee trinken. Ich werde mich wohl für einen Malzkaffee entscheiden. 

Für den Rückweg schlage ich den Weg über Rechenberg vor. Dort können wir nämlich in der "88" noch ein "Rechenberger" trinken. Wir wollen ja nicht unterhopft werden!

Zum Wohle!!


Samstag, 14. April 2012

Lieblingswanderwege bei Holzhau

die Zeit des jährlichen Haupturlaubs Nummer 1 rückt mit riesen Schritten heran. Im Sommer geht es für etwa zwei Wochen nach Holzhau, um die Ruhe und die frische Luft aktiv (also mit Wanderungen) zu genießen. Warum gerade dort hatte der Wanderer schon einmal in einem längeren Beitrag erzählt. Schon jetzt denke ich über mögliche Wandertouren und das dabei zu Erlebende nach, bringe mich sozusagen langsam in die Urlaubsstimmung.

Welche Wege gehe ich in Gedanken? In den vielen Jahrzehnten, welche ich bereits nach Holzhau urlaube, haben sich meine Vorlieben geändert. Schön ist es auf allen Wegen, welche aber in den Kopf kommen, wenn man an den Urlaub denkt, hängt vor allem davon ab, wo man sein Quartier bezieht.

Lange Zeit befand sich unser Urlaubsquartier und damit der tägliche Wanderstart am Rande des Ringelwaldes. Zwangsläufig ergab es sich daraus, dass dortige Wanderwege im Kopf Gestalt annahmen, wenn man an Wanderungen dachte. Sehr schöne Wege sind der Floßgrabenweg und der Hangweg auf der südlichen Seite des durch das "Ringel" geschnittenen Ringelwaldes und der Zweiweg, welcher beider Ringelwaldhälften durchquert. Besonders im Trostgrund ist der Zweiweg eine besondere Empfehlung.

Unmittelbar östlich an den Ringelwald grenzt der Fischerwald. Auch hier gibt es sehr schöne Wege, an welche ich sofort denke, wenn es um das Wandern geht. Das Schwarze Ringel und der Lange Weg, welcher gar nicht so lang ist, mögen hier als Beispiele erwähnt werden. Das Schwarze Ringel ist inzwischen Teil der ausgeschilderten Route des Kammweges. Der Lange Weg mag eher etwas für Insider sein.

Seit etwa 15 Jahren nehmen wir Quartier im Niederdorf von Holzhau. Damit ist "naturgemäß" der Töpferwald zum Wandergebiet geworden. Obwohl eigentlich mit seiner Schwarzdecke nicht der typische Waldwanderweg, gehört der untere Teil des Brettellenweges zu meinen liebsten Wanderwegen und ist häufig sowohl Ausgangspunkt als auch Endstück von Wanderungen. Die dortige Landschaft mit ihren kleinen Tälchen und Bächen und zum Teil über 40 Meter hohen Buchen und Fichten, will ich einfach immer wieder sehen. Zudem gelange ich von hier zu weiteren wunderschönen Wanderwegen. Das sind nach links der Buchensteig und nach rechts der N-Weg mit Anschluß an der Reitsteig und den Schwerdtweg. Diese in reichlich 700 m (Reitsteig) und oberhalb 750 m - 775 m verlaufenden Wanderwege befinden sich mehrfach im Wanderprogramm des Urlaubes.

Da auch weiterhin Abstecher zum Fischer- und Ringelwald zum Programm gehören, kann man erkennen, das keine Langeweile auftreten wird, wenn wir zwei Wochen in Holzhau sind.


Die Karte mit Blick hinüber zum Töpferwald mit dem Kannelberg, zeigt uns einige der schönen Wege.

Dienstag, 10. April 2012

Ansichtskarten Statistik

über die Feiertage habe ich mal wieder in die Ansichtskarten von Walter Richter geschaut und dabei meine "Schätze" auch einmal gezählt. Inzwischen befinden sich physisch 239 Ansichtskarten des Verlages von W. Richter der Sammlung. Diese zeigen 179 unterschiedliche Motive. Etwa 20 weitere Karten habe ich im Internet schon einmal gesehen, jedoch wegen der zu deftigen Preise auf den Ankauf verzichtet. Die Praxis zeigt mir immer wieder - Geduld zahlt sich auch beim Sammeln von Ansichtskarten aus. Ein Drama ist es auch nicht, die eine oder andere Karte nicht zu besitzen.

Bei den Motiven liegt ganz klar Holzhau vorn. Insgesamt 101 Karten zeigen den Ort, davon 20 Wintermotive. Rechenberg-Bienenmühle präsentiert sich auf 36 Karten. Interessanterweise nicht ein einziges mal im Winterkleid. Immerhin 11 Motive zeigen Moldau (Moldava) und 10 Karten Neu-Hermsdorf.
Die weiteste Reise zum Fotografieren führte Walter Richter nach Ober-Langenau (heute zu Brand-Erbisdorf gehörend).
Den weitesten Laufweg legte eine Karte östlich bis nach Kostroma in Russland zurück. Richtung Westen reichte es nur bis Dison in Belgien.

Zeitlich wird der Rahmen zwischen 1903 und 1936 abgesteckt. Die Karte von 1898 trägt noch nicht den Aufdruck des Verlages.

Als Karte heute mal ein Exot aus dem böhmischen. Eisenbahnbrücke zwischen Neustadt (Nové Mesto) und Niklasberg (Mikulov).

Donnerstag, 5. April 2012

Auswahl des Holzhau Quartiers

man meint, die Suche nach einem passendem Quartier für den Urlaub wäre im Zeitalter des Internets einfacher geworden. Ich empfinde das nicht so. Und dieses trotz der Existenz unzähliger Portale für Hotels, Pensionen und Privatquartiere. Oder sollte man statt "trotz" besser "weil" sagen? Warum das so ist, will ich hier nicht analysieren - obwohl ich dazu schon eine Meinung habe. Spürbar wird es immer dann, wenn ich mal ein Quartier außerhalb meines gewohnten Haupturlaubsortes Holzhau suche.

Eine Liste der Gaststätten (alle mit Übernachtungsangeboten) für Holzhau hatte ich schon einmal hier eingestellt. Wie auch damals bereits geschrieben, sind sie alle empfehlenswert. Wie genau jedoch ein Haus, den Wünschen eines potentiellen Holzhau-Urlaubers entspricht, ist im vornherein schwer zu sagen. Meinen Ansprüchen entsprechen z.B. vollständig der Erbgerichtsgasthof der Familie Winkler und die Fischerbaude. Beide verfügen über Zimmer mit dem entsprechendem zeitgemäßem Komfort und haben eine gemütliche Gaststätte. Auch die Preise für Übernachtung und Essen entsprechen dem, was ich mir gerade noch leisten kann. Das sind Häuser, welche ich jederzeit auch meinen Freunden empfehlen würde.

im Bild heute die "Fischerbaude" vor etwa 90 Jahren. Noch unausgebaut und ohne Saal.

Auf den üblichen Reiseportalen für Deutschland, Sachsen und das Erzgebirge entdeckt man diese nicht. Wie also finde ich ein Quartier? Nun, für Holzhau ist das relativ einfach. Man geht auf  die Internetseite des Fremdenverkehrsamtes von Holzhau (die Vermieterliste ist als link im blog vorhanden) oder auf die Internetseite von Holzhau.de. Auf beiden ist die komplette Liste der Anbieter von Ferienzimmer bis Sterne-Hotel enthalten.

Montag, 2. April 2012

Wanderung von der Mulde zur Gimmlitz

nachdem wir am 28.3.2012 bei Sonnenschein und blauem Himmel angewandert hatten, ging es auch am 29. gleich nach dem Frühstück hinaus. So traumhaft schön, wie am Vortag war das Wetter allerdings nicht. Der Himmel zeigte sich grau - aber noch kamen keine Tropfen vom Himmel. Unser Wanderziel lag diesmal im hohen Norden. Über das Kannelbergmassiv ging es nach Hartmannsdorf-Reichenau und es galt, den Töpferwald von Süd nach Nord zu durchqueren.

Noch vor 9 Uhr ging es los vom Erbgericht Holzhau. Nach der Muldenüberquerung stiegen wir neben dem Försterfelsen  den N-Weg bergan. Das erste Teilstück dieses Weges hat es ziemlich in sich - auf einem Abschnitt von etwa 500 m geht es von knapp über 600 m auf 700 m nach oben. Weitere 400 m und wir hatten die Kreuzung von N-Weg, Reitsteig und Schwerdtweg erreicht. Wie bereits am Vortag, nutzten wir den Schwerdtweg - wollte doch nochmals die schöne Aussicht zum Holzhauer Oberdorf und nach Böhmen wahrgenommen werden. Zur Fortsetzung des Weges ging es jedoch diesmal direkt in die Schneise des E-Flügels hinein, unmittelbar am 805 m hohen Kannelberggipfel vorbei. Kurz vor der Überquerung der Kalkstraße befanden wir uns auf dem höchsten Punkt der Wanderung, auf reichlich 800 m Höhe. Damit hatten wir seit unserem Start fast 200 m Höhenunterschied geschafft.

Von nun an verlief die Strecke ständig bergab, um uns am Wanderziel bei etwa 625 m zur Weicheltmühle an der Gimmlitz zu führen. Dazu ging es weiter, schnurgerade auf dem E-Flügel. Es ist schon komisch, mitten im Wald auf solch langen, von Forstmeister Cotta geschaffenen Geraden zu wandern. Aber auch die längste gerade Durststrecke ist einmal zu Ende - am Biersteig beginnt der Weg sich zu krümmen. Kurz hinter dem Frauenweg stiegen wir nach rechts zum Schlüsselweg ab, welcher uns direkt neben der Gimmlitz zur Weicheltmühle brachte.

Die Weicheltmühle ist nicht nur ein interessantes und intaktes technisches Denkmal, es bietet auch gutes Essen. Mehrfach hatte ich bei den freundlichen Wirtsleuten schon leckere Flecke bekommen. Und auch diesmal hatte ich das Glück, dieses zu meinen Lieblingsspeisen zählende Essen auf der Speisekarte zu entdecken. Traditionell wurde mein Essen durch einen vor Ort selbst zubereiteten Knoblauchschnaps abgerundet.

Der Rückweg verlief zunächst weiter auf dem Schlüsselweg. Ab Krötenbachweg nutzten wir die alte Schneise, den Ochsenbuschweg, den Grünschönbergweg und den Mäusebachweg, um unweit des Oberdorfes von Nassau wieder über die Kalkstraße zu gehen. Früher hätten wir nun im alten Forsthaus Nassau einkehren können. Leider gibt es diese ehemals gut besuchte und beliebte Gaststätte nicht mehr. Eine Karte von Walter Richter zeigt uns das Haus.


So passierten wir das Ex-Gasthaus ohne Einkehr und liefen den Welfskittelweg hinab zum Proßweg. Wie am Anfang der Wanderung verlief dann ein Teilstück der Wanderung auf dem, vom Proßweg abzweigenden N-Weg. Durch die Brettelle ging es zurück zum Erbgericht. Gerade zur rechten Zeit. Die ersten Regentropfen begannen zu fallen.

Dieser Weg ist nur eine der möglichen Varianten um eines meiner "Standardwanderziele" die Weicheltmühle zu erreichen. Sehr gern nehme ich auch den Weg über Dreitelle. H-Weg, Gimmlitzquelle, Kalkstraße und den Schlüsselweg.

Freitag, 30. März 2012

anwandern im Töpferwald bei Holzhau

wie angekündigt war der 28.3.2012 mein diesjähriger Anwandertag in Holzhau. Spaßeshalber hatte ich auf Facebook zum Mitwandern eingeladen. Der Sohn und ich waren aber dann doch allein auf der Strecke. 3/4 sechs am Morgen sind wir von Berlin losgefahren, um mit dem Zeitzeichen des mdr Punkt 9 Uhr die Gaststube des Holzhauer Erbrichtsgasthofes zu betreten. In diesem erwartete uns bereits der Wirt mit einem leckeren Frühstück.

Wanderstart bei traumhaftem Wanderwetter (einige Beweisfotos werde ich bei facebook einstellen) war 10 vor 10. Die Strecke verlief wie geplant auf Wegen, von welchen zu erwarten war, dass sie gut begehbar sind. Später zeigte sich, das eigentlich jeder Weg im Töpferwald bereits gut bis sehr gut bewanderbar ist. Das erste Teilstück verlief über Die Alte Straße - Brettellenweg - Proßweg - bis zur großen Buche, welche auch den Hintergrund für mein Profilbild gibt. Wie man sich vorstellen kann, war die beiderseitige Freude sehr groß, sich gesund und munter wiederzusehen. Waren wir uns doch zuletzt im Oktober des Vorjahres begegnet. Von hieraus ging es erst einmal über den R-Weg zurück bis zur Brauerei Rechenberg. Im Schalander gab es ein großes Kellerbier gegen den Durst und für den Mineralien- und Vitaminhaushalt. Über den  Schanzenweg führte der Rückweg wieder zum Erbgericht, um dort das Mittagesssen einzunehmen.

Ohne großen Aufenthalt, ging es auf den zweiten Streckenabschnitt. Dieser führte erneut über ein Stück Brettellenweg, um dann aber sofort in den Schwerdtweg abzubiegen. Dort wo der Schwerdtweg den E-Flügel kreuzt, war Aussichtspause. Gerade in der jetzigen Jahreszeit, wenn die Bäume noch unbelaubt sind, bietet sich von hier ein herrlicher Blick hinüber zum Holzhauer Oberdorf und den Höhen des böhmischen Erzgebirges. in etwa so, wie auf der folgenden Ansichtskarte von Walter Richter.

Bei diesem Foto wird sich Walter Richter auf dem Reitsteig - also etwa in 700 m Höhe befunden haben. Der Schwerdtweg kreuzt den E-Flügel 80 m höher. Desto besser ist der Ausblick.

Die Wanderung führte uns weiter auf dem Schwerdtweg*, ab der Dreitelle als H-Weg bezeichnet. Etwa 1 km nach Höhnes-Ruh, an der Stelle, an welcher es uns sonst nach links Richtung Gimmlitzquelle führt, ging es diesmal nach rechts. Kurz bevor sich die Teichtelle hinabsenkt, kann man quer durch den Wald, auf einer Schneise zum Reitsteig absteigen. Dieser bringt den Wanderer zurück nach Holzhau. Zuletzt auf den N-Weg und durch die Brettelle. Einen Ort, an welchem man sich nicht oft genug aufhalten kann.

Fazit: eine wunderbare Wanderung von etwa 20 km Länge, viel frische Luft, Begegnungen mit Bäumen und überrascht wirkenden Rehen. Denn wann verirrt sich im März schon mal ein Wanderer in ihr Revier.

Dienstag, 27. März 2012

Rechenberger Bier, das isotonische Wandergetränk

Die Pfälzer haben mich mit ihrem Wanderwein inspiriert. Auch ich hatte auf Wanderungen schon eine kleine Flasche Wein als Getränk zur Wegzehrung mit dabei. Bei Erzgebirgswanderungen in der Holzhauer Umgebung, greife ich jedoch viel lieber auf ein frisch gezapftes "Rechenberger" zurück. Das erhalte ich in jeder Gaststätte am Wegesrand. Jedenfalls wenn diese auf deutschen Seite des Gebirges befindlich ist. Sofern ich in Tschechien einkehre, muss ich halt auf böhmisches Bier ausweichen - was keine so schlechte Alternative ist. Holzhau-Wanderer berichtete darüber, dass Kantor Naumann sogar extra deswegen nach Böhmen wanderte.

Was macht Bier zum idealen Wandergetränk? Sein würziger, leicht bitterer Geschmack macht es schon rein gefühlt zu Durstlöscher. Es erfrischt uns. Über das Gefühl hinaus, ist Bier auch isotonisch. Das bedeutet, sein osmotischer Druck entspricht dem unseres Blutes. Bier enthält viele Mineralstoffe und Vitamine. Zudem ist Bier entgegen der landläufigen Vorurteile kalorienarm.

Ein gutes Wandergetränk ist Bier jedoch nur in Maßen genossen. Wie ich aus eigenem Erleben und Beobachtungen weiß, weicht bei größeren Mengen getrunkenen Bieres, die erfrischende Wirkung und macht der Trägheit Platz. Dazu tragen die beruhigende Wirkung des Hopfens und der enthaltene Alkohol* bei. Um den beim Wandern erlittenen Flüssigkeitsverlust auszugleichen genügt also ein Bier. Um dieses Maß nicht zu überschreiten, verfügen gut bestückte Gaststätten auch über 0,5 Liter Gläser. Nach dieser Menge heißt es dann: weiterwandern. Das Motto bleibt: Immer wieder Holzhau!

Hierzu passt eine Walter Richter Karte, auf welcher die Brauerei zu sehen ist. Auch schon 100 Jahre alt.



*das perfekte Wandergetränk wäre ein alkoholfreies Bier. Allerdings scheint mir, dass durch den Entzug des Alkohols auch ein Entzug des Geschmacks stattfindet. Ich habe jedenfalls noch kein Alkoholfreies entdeckt, welches wie richtiges Bier schmeckt. Diejenigen, welche in der Werbung das Gegenteil behaupten, werden für diese öffentlich verkündete Unwahrheit offenbar gut entschädigt.